Zum Schnäppchenpreis kann die Gemeinde Hohe Börde 178000 Quadratmeter Fläche kaufen. Die Deutsche Bahn bietet die Flächen und Bahnhöfe entlang der einstigen "Rübenlinie" an. Ausgenommen sind Gleise und anderer Schrott.

HoheBörde l Jahre lang war die Zukunft der früheren Rübenlinie ungewiss. Die Strecke war im Jahr 2000 endgültig stillgelegt worden. Bemühungen seitens der Gemeinde, mit der Bahn ins Gespräch zu kommen, endeten oft im Wirrwarr der Zuständigkeiten und vielen Einzelunternehmungen der Bahn.

Sehr günstiger Preis bei einem kompletten Flächenkauf

Ende 2013 hat die Gemeinde Hohe Börde - und auch die übrigen Anrainer-Kommunen der einstigen Rübenlinie, an der einst fünf Zuckerfabriken standen - ein Angebot der Deutschen Bahn ereicht. Die Kommunen können die Flächen entlang der Bahnstrecke sowie die Bahnhöfe mit den dazu gehörenden Flächen (zum Beispiel Vorplätze) kaufen.

Ein von der Bahn beauftragtes privates Unternehmen ist mit der Entsorgung und Vermarktung der Streckenflächen beauftragt worden. Darüber hatte der Bauamtsleiter der Hohen Börde, Rüdiger Schmidt, im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Gemeinderates informiert.

Dieses Privatunternehmen finanziert sich Schmidt zufolge über die Entsorgung und den Verkauf der Gleisanlagen, der Schwellen, einschließlich der Stellwerke, Signale, Schranken und anderer schrottreifer Materialien entlang der Trasse, die in der Hohen Börde von Eilsleben kommend über Nordgermersleben, Schackensleben, Ackendorf nach Haldensleben führt.

Das Verlockende ist der Preis: 20 Cent für den Quadratmeter, das sind insgesamt 35800 Euro für alle Flächen im Gemeindegebiet.

Allein die Bahnhöfe haben nach Einschätzung von Gemeinderat Albrecht von Bodenhausen hervorragende Aussichten auf einen Weiterverkauf: "Ich wüsste sofort jemanden, der Interesse an einem Bahnhof hat." Gute Vermarktungschancen bestätigte auch der Bauamtsleiter, demzufolge der Eigentümer des bereits früher verkauften Bahnhofs Schackensleben "überaus zufrieden ist."

Touristische Nutzung entlang der früheren Gleisanlagen

Auch die Flächen an den Bahnhöfen, meist in guter Ortslage, haben Rüdiger Schmidt zufolge hohes Potenzial für attraktives Bauland. Für die bald gleis- und schwellenlosen Streckenflächen schwebt der Gemeinde eine touristische Nutzung vor. "Ortsverbindende barrierefreie Flächen abseits vom Straßenverkehr - das ist perfekt für Wander- und Radwege. In diese Richtung könnte es gehen", meinte Schmidt.

Verkaufen will die Bahn nur im Paket, also sämtliche 179000 Quadratmeter. Der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss sieht die Angelegenheit positiv. Für Februar bereitet die Verwaltung einen Gemeinderatsbeschluss vor, mit dem die Gemeinde eine Ankaufsverpflichtung eingehen will.