Zwei Jahre nach seiner Gründung hat der Völpker Verein "Aktiv for Kids" nun seine Auflösung bekanntgegeben. Der Beschluss sei einvernehmlich gefasst worden, zu den genauen Gründen wollte man sich aber noch nicht äußern.

Völpke l Das eigene Ende haben die Vereinsmitglieder aus Völpke und Badeleben bereits am 25. September besiegelt, erklärt Sprecherin Daniela Schoppenhauer. "Nächste Woche steht noch ein Notartermin an, um die letzten rechtlichen Formalitäten abzuwickeln, aber es steht fest, dass wir als Verein nicht mehr existieren." Die grüne Hand als Vereinslogo wurde somit nur zwei Jahre alt.

Am Geld habe es nicht gelegen, versichert Schoppenhauer gegenüber der Volksstimme. "Dennoch müssen wir aus vereinsjuristischen Gründen öffentlich darauf hinweisen, dass sich mögliche Gläubiger bei den Liquidatoren melden sollten, obwohl wir keine Gläubiger haben und das Finanzielle soweit geregelt ist." Obgleich sich die Mitgründerin nicht konkret zur Ursache der Auflösung äußern möchte, scheinen ebensolche formellen Vorschriften dabei eine Rolle gespielt zu haben. So meint Schoppenhauer mit dem Blick nach vorn: "Wir können und wollen auch weiterhin für die Kinder da sein - ohne Verein und ohne Bürokratie." Auf jeden Fall sei man "in gutem Einvernehmen und ohne Unstimmigkeiten" zu der Entscheidung gelangt.

Vereinsmotto tatkräftig erfüllt

Zuletzt hatte der Verein 18 Mitglieder, denen der Vorstand seinen Dank ausspricht, sei es für die aktive Rolle oder die passive Unterstützung. Und im Namen aller sagt Daniela Schoppenhauer: "Wir bedanken uns natürlich auch bei allen Interessenten und Partnern für die rege Teilnahme an unseren Projekten und Aktivitäten."

Trotz der kurzen Lebensspanne hatte "Aktiv for Kids" davon zahlreiche gestartet und begleitet, darunter zum Beispiel das Schulbustraining am Ende der Sommerferien, Projekttage mit Schule und Kindergarten oder Fahrrad- und Verkehrssicherheitstage mit der Kreisverkehrswacht. Jüngst hat der Verein auf der Völpker Festwiese (alter Sportplatz) einen kleinen Jugendtreff mit Sitzgruppe und Fußballtor hergerichtet; am Spielplatz in Badeleben hat man ebenfalls neue Sitzgelegenheiten geschaffen. "Satzungsgemäß wollten wir ein Förderverein für Kinder und mit Kindern sein, und ich denke, diesen Zweck haben wir vollauf erfüllt", betont Schoppenhauer.

Die Vereinsgründung durch damals neun Mitglieder war im Zuge der Eröffnung der neuen Kindertagesstätte in Völpke erfolgt. So hatte der Verein unter Leitung des ersten Vorsitzenden René Paulisch auch eine symbolische Patenschaft für das "Haus des Kindes" übernommen.

Vergebliche Mühen um die Grundschule

Als elementaren Bestandteil dieses Konzepts hatte man seinerzeit zudem die Grundschule nebenan im Blick, der im Sommer 2012 vom Verbandsgemeinderat Obere Aller die Schließung verordnet wurde. "Aktiv for Kids" hatte sich zusammen mit der Bürgerinitiative "Pro Völpke/Badeleben" gegen den Beschluss zur Wehr gesetzt. Die Bemühungen scheiterten jedoch.

Nach dem bestätigten Schul-Aus war der Verein mit der Gemeinde Völpke intensiv darum bemüht, einen neuen Weg einzuschlagen. Ziel war es, die Grundschule in freier Trägerschaft weiterzuführen. Obwohl die Rahmenbedingungen dafür geschaffen worden sind und man sich sogar in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einer Trägergesellschaft nebst konkretem Schulkonzept befand, konnte auch dieses Ansinnen bislang nicht realisiert werden, da die vom Träger gewünschte Zahl von 14 angemeldeten Schülern knapp nicht erreicht wurde. Die Gemeinde indes hält sich einen Neuanlauf in der Sache weiterhin vor.

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