Rosemarie Mendt aus Domersleben ist zur "Engagementsbotschafterin des Lands Sachsen-Anhalt" berufen worden. Sie hat sich um die Pflege der plattdeutschen Sprache sehr verdient gemacht.

Domersleben l Zum zweiten Mal wurden in Magdeburg fünf ehrenamtlich tätige Frauen und Männer zu "Engagementbotschaftern Kultur des Landes Sachsen-Anhalt" berufen. Im Jahr 2013 wurde die Ernennung erstmalig initiiert und damit eine Empfehlung aus dem Kulturkonvent umgesetzt.

Mit der Berufung werden ehrenamtlich Tätige, die in ihren Kulturbereichen seit vielen Jahren aktiv sind, geehrt. Sie sollen als Botschafter ein Jahr lang ihr jeweiliges kulturelles Arbeitsfeld repräsentieren und dafür werben.

Für ihr Wirken im Bereich Kulturelles Erbe/Tourismus wurde Dr. Rosemarie Säuberlich zur Kulturbotschafterin berufen, Rosemarie Mendt im Bereich Traditions- und Heimatpflege sowie Daniela Puhlmann im Arbeitsbereich Soziokultur. Außerdem erhielten Christian Hoffmann im Bereich Musik und Peter Hansen im Bereich Film eine Berufung.

Unter den berufenen Engagementsbotschaftern befindet sich Rosemarie Mendt aus Domersleben aus dem Landkreis Börde. Jahrzehnte lang hat sich die heute 77-Jährige um die Pflege der plattdeutschen Sprache verdient gemacht. Und hat in einem nicht unerheblichen Maße dazu beigetragen, dass das Börde-Platt in der Region überlebt hat und von vielen, auch jüngeren Menschen, gesprochen wird. "Wir setzen uns dafür ein, dass unsere alte, plattdeutsche Sprache erhalten bleibt", sagte sie zur Volksstimme.

In Domersleben stehen Rosemarie Mendt dabei Siegried Kramer und Georg Merbt unterstützend zur Seite. Sie gestalten zum Beispiel ganze Gottesdienste in plattdeutscher Sprache und übersetzen die Texte zuvor in die alte Mundart. Auch begeistern sie immer wieder Kinder und Jugendliche dafür, sich für Plattdeutsch zu interessieren und diese alte Sprache zu sprechen. In der Domersleber Heimatstube geben sie zudem Besuchern die Möglichkeit, in das Leben von damals einzutauchen.

Legendär waren die Auftritte von Rosemarie Mendt mehr als 40 Jahre lang als "Minecken Muusekettel" auf der Bühne des Domersleber Carnevalsclubs (DCC). 441 Auftritte hat sie bis zu ihrem Abgang von der Bühne in der Karnevalszeit über die vielen Jahre absolviert. "Ich habe aufgehört, als es am schönsten war. Aber noch heute werde ich auf der Straße als `Minecken Muusekettel` angesprochen", sagte sie zu ihrem dauerhaften Erfolg. Für ihre Leistungen hat sie der Bundesverband der Karnevalisten mit dem Verdienstorden in Gold ausgezeichnet.

Eintragungen in das Goldene Buch der Stadt Wanzleben und die Verleihung des Kreis-Kulturpreises zählten unter anderem zu den weiterhin erfahrenen Ehrungen. Noch heute agiert Rosemarie Mendt hinter den Kulissen des Karnevals in Domersleben und schreibt für den Schulkarneval die Sketche auf Plattdeutsch.

"Das ehrenamtliche Engagement ist in der Kultur ebenso wie in allen Lebensbereichen zu einer wesentlichen Säule einer lebendigen und von Solidarität geprägten Gesellschaft geworden", sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh bei der Ernennung.