Das Wohngebiet "Wasserrenne" in Oschersleben wandelt mehr und mehr sein Gesicht. Und dafür machen die beiden großen Wohnungsvermieter, die Bewos und die Genossenschaft "Neues Leben", auch gemeinsame Sache. Jüngstes Beispiel ist ein Projekt in der Albert-Einstein-Straße.

Oschersleben l Demografischer Wandel, Leerstand, energetische Sanierung - Schlagwörter und Themen, mit denen sich die Wohnungsgesellschaften Bewos und "Neues Leben" beschäftigen müssen. Mit der Sanierung eines Wohnblocks in der Albert-Einstein-Straße im Oschersleber Wohngebiet "Wasserrenne" haben sich die Vermieter diesen Themen gemeinsam gewidmet. Insgesamt solle das Wohngebiet "Wasserrenne" für alle Altersgruppen attraktiver werden, und weg vom Image kommen, hier würden nur Rentner wohnen.

Nach dem Leerzug des Wohnblocks in der Einstein-Straße wurden zunächst vom gesamten Haus zwei Etagen zurückgebaut. Wie Thomas Harborth, Geschäftsführer der Bewos, und Jens Schneider, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft "Neues Leben", bestätigen, sei die Maßnahme auch gefördert worden. Jedoch bliebe ein Großteil der Kosten dennoch bei der Bewos und dem "Neuen Leben" hängen.

Wie inzwischen unschwer zu erkennen ist, sind die Bauarbeiten im vorderen Bereich des Wohnblocks, der in der Verwaltung der Wohnungsgenossenschaft "Neues Leben" ist, abgeschlossen. Die Wohnungen sind komplett wieder vermietet, Mieter eingezogen. "Wir haben die Zuschnitte der Wohnungen nicht verändert, wir haben sie komplett einschließlich der Flure saniert. Ein besonders wichtiger Punkt war dabei der Blick auf das Energiesparen, damit unsere Mieter auch künftig in Wohnungen mit günstigen Mieten wohnen können", berichtet Jens Schneider. Die Dämmung der Fassade ist dabei nur eine Komponente. Im Keller des Wohnhauses präsentiert er das Herzstück der modernen Heizungsanlage. "Die Heizung wurde auf das sogenannte Zweirohrsystem umgestellt. Damit können Wärmeverluste wesentlich reduziert werden. Moderne Pumpenanlagen, die selbst nur wenig Strom verbrauchen, sorgen dafür, dass Wärme und warmes Wasser in die Wohnungen gelangen, ohne dass nennenswert Energie verbraucht wird oder verloren geht", erklärt Jens Schneider.

Das Umfeld des fertig sanierten vorderen Hauses ist ebenso schon "schick", neuer Rasen ist eingesät, Pflanzen sind in die Rabatten gesetzt. Darin sind sich Harborth und Schneider einig: Auch das Rundherum müsse für die Mieter stimmen und beide Geschäftsführer sehen sich hier in der Verantwortung gegenüber der Bodestadt: Mit attraktiven Wohnangeboten sollen die Menschen in Oschersleben gehalten werden.

Jens Schneider bittet "seine" Mieter in den neuen Wohnungen noch um etwas Geduld und bedankt sich schon jetzt für ihr Verständnis, denn "nebenan" werde noch einige Monate gebaut, werden die Familien mit den Belastungen leben müssen.

Der hintere Teil des Wohnblocks wird außen wie innen ein komplett neues Aussehen bekommen. Barrierefreies, altengerechtes Wohnen ist hier ein großes Thema. Die Zwei- oder Dreiraum-Wohnungen sind über Fahrstühle erreichbar, sind unterschiedlich groß und mit unterschiedlichen Zuschnitten. Pro Etage würden jeweils zwei Wohnungen für Rollstuhlfahrer entstehen. Wie Thomas Harborth in diesem Zusammenhang berichtet, gäbe es dafür auch den Bedarf, würde die Fertigstellung der Wohnungen im kommenden Jahr bereits sehnsüchtig erwartet. Das Erdgeschoss werde komplett vom DRK für ein Betreutes Wohnen angemietet.

"Mit der Sanierung des Wohnblocks in der Einstein-Straße gehen wir ganz neue Wege und wagen ein Experiment. Erstmals bieten wir im Haus auch zwei Penthousewohnungen an", so Harborth.

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