Mit einer Neueröffnung feierte die DRK-Tagesstätte "Plan B" in Oschersleben am gestrigen Mittwoch ihr zehnjähriges Bestehen. Ab sofort bietet das Ladengeschäft "Plänemacher" in der Magdeburger Straße Kunsthandwerk und Kinderbekleidung.

Oschersleben l "Das hier ist allerdings keine normale Einrichtung wie etwa ein einfacher Klamottenladen", betont der Vorstandsvorsitzende des DRK Kreisverbandes Börde, Ralf Kürbis, in seiner Eröffnungsrede. Wirtschaftlichkeit stehe nicht im Vordergrund. Vielmehr würde hier Menschen mit seelischen Krankheiten ermöglicht, sich zu beschäftigen. Auf einen Job auf dem normalen Arbeitsmarkt hätten sie keine Chance.

Die Leiterin Katja Germer konkretisiert das vor den rund 30 Gästen: "Das ist ein Zuverdienstprojekt, welches durch das Arbeitsamt gefördert wird." Die Idee gebe es schon seit längerem, nämlich Menschen mit psychischen Krankheiten zu beschäftigen, in Arbeit zu bringen und ihre Freizeit zu gestalten. "Wer die Produkte in diesem Laden kauft, unterstützt deren Arbeit", untermauert Katja Germer das Konzept des Ladens "Plänemacher". Es gehe nicht um ein neues Geschäftsfeld, dass dem DRK zusätzliche Einnahmen sichern soll.

Die im "Plänemacher" angebotene Kindermode wird hier in Handarbeit gefertigt. "Alles sind Einzelstücke, keines ist wie das andere", erklärt die Leiterin. Das betreffe auch die kunsthandwerklichen Produkte, die hier in den neuen Räumlichkeiten in der Magdeburger Straße 9a zu haben sind. Darunter finden sich Artikel aus Holz, Keramik, Filz oder Wolle. Diese würden bei "Plan B" in der Friedrichstraße hergestellt. "So lernen unsere Klienten, die Fähigkeiten, die sie haben, auch sinnvoll einzusetzen und zu trainieren", sagt die Leiterin Katja Germer.

Eine psychische Krankheit zu erleiden, könne jeden treffen. "Menschen planen mit Familie und Beruf, sind erfolgreich im Leben. Doch wenn es einen trifft, ist Plan B angesagt", erklärt Germer weiter. So sei auch der Name der Einrichtung entstanden. Im Oktober 2004 gegründet wurde bei "Plan B" zunächst nur ein Klient von einem Mitarbeiter betreut. Heute kümmern sich insgesamt sechs Hauptamtliche und zwei Ehrenamtliche um 28 Menschen mit psychischen Erkrankungen.