Beeindruckende drei Meter hoch und mit stattlichen fünf Kubikmetern Fassungsvermögen ausgestattet, bietet die neueste Errungenschaft der Gemeindefeuerwehr Obere Aller einen imposanten Anblick. Die Sommersdorfer Kameraden als zuständige Nutzer des TLF 5000 haben die Übergabe des Löschriesen am Sonnabend auch entsprechend spektakulär gestalten wollen.

Sommersdorf l Mit epischer Orchestermusik, Blaulicht und Rauchschwaden aus der Nebelmaschine haben die Sommersdorfer die Indienstnahme ihres neuen Einsatzwagens inszeniert und zelebriert. Zahlreiche Vertreter der umliegenden Ortswehren, Gemeinderäte und Neugierige wohnten der Zeremonie bei, der mit dem Aufrollen der Garagentore und dem Ausrollen des roten Tankers die Auflösung lang anhaltender Spannung zukam.

"Es ist ein relativ großes Fahrzeug - vom Ausmaß und vom Preis her", hatte Verbandsbürgermeister Frank Frenkel die Anwesenden zuvor wissen lassen. 170000 Euro hat sich die Verbandsgemeinde das neuwertige Feuerwehrauto, Baujahr 2008 und "mit fabrikneuem Aufbau", kosten lassen, das nun nicht nur den ausgedienten Sommersdorfer W50 ersetzt, sondern auch den in Harbke, der ebenfalls ausgemustert wurde. Der Tanker mit der Kfz-Kennung "BK OA 5000" deckt somit fortan den ganzen Löschbereich Nord in der Oberen Aller ab.

"Ursprünglich sollte ein Fahrzeug anderer Art, ein Löschgruppenfahrzeug, angeschafft werden, aber vom Land wurden dann andere Förderschwerpunkte gesetzt, woraufhin wir unsere Entscheidung in Absprache mit den Feuerwehren angepasst und unseren Eigenanteil also stattdessen für dieses TLF hergegeben haben", erklärte Frenkel weiter. Im Zuge der Fuhrparkaufwertung durfte sich auch die Harbker Feuerwehr über ein neues Auto freuen. Der Mannschaftstransportwagen - Kostenpunkt: 12000 Euro - wurde ebenfalls am Sonntag in Sommersdorf offziell übergeben. Kauf, Zulassung und Bestückung beider Fahrzeuge schlagen mit insgesamt rund 200000 Euro zu Buche, so Frenkel.

Von einem "denkwürdigen Tag" sprach Sommersdorfs Bürgermeister und Feuerwehrfachmann Peter Müller, der allerdings "auch mit einem weinenden Auge" Abschied vom alten W50 nahm: "Den haben wir 1993 als fast neues Fahrzeug für 9000 Mark aus Magdeburg geholt, und er war sozusagen unser großes Flaggschiff, das uns treue Dienste geleistet hat und dessen Zeit nun abgelaufen ist." Die Sommersdorfer Kameraden um Ortswehrleiter Martin Schröder hatten bei aller Freude ähnliche Empfindungen und ließen zu Ehren ihres W50 und zur Erinnerung an dessen Einsätze eine Bilderschau im Gerätehaus laufen.

Verbandsgemeinderatsvorsitzender Werner Müller (SPD) erinnerte daran, dass dem "angenehmen Tag heute auch unangenehmere mit vielen Diskussionen vorausgingen". Der Harbker Bürgermeister befand dennoch: "Ich denke, es können alle zufrieden mit der Lösung sein. Andere warten zwar auch auf neue Fahrzeuge und wir arbeiten weiter daran, denn diese beiden Fahrzeuge sind nur zwei Puzzleteile, aber es geht eben nicht jedes Jahr."

 

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