Unbekannte haben am Wochenende Scheiben der früheren katholischen Kirche in Schwaneberg eingeworfen. Das ehemalige Gotteshaus gehört jetzt dem Heimatverein und wird von ihm als Veranstaltungsstätte genutzt.

Schwaneberg l "Diese Randalierer können einem die ganze Freude nehmen. Wen stört denn nur diese Kirche?", war Rudolf Wenzel am Dienstag völlig entrüstet. Der Vorsitzende des Heimatvereins Schwaneberg hatte entdeckt, dass Scheiben der früheren Kirche, die in der Dorfmitte steht, von Unbekannten eingeschlagen wurden. Die Randalierer vollbrachten ihr zerstörerisches Werk am vergangenen Wochenende, vermutete Wenzel.

Der Heimatvereinsvorsitzende hatte gestern sogleich die Polizei informiert und Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Den Beamten der Wanzleber Revieraußenstelle zeigte Wenzel am Vormittag die eingeschlagenen Scheiben. Die Beamten sicherten Spuren und nahmen die Anzeige des Vereinsvorsitzenden auf. Im Inneren des roten Backsteingebäudes lagen unter einigen Sitzbänken Steine. Möglich, dass sie von den Unbekannten benutzt worden seien, um die Scheiben einzuwerfen, vermutete Wenzel. Auf den Sitzbänken kündeten Glasscherben von der zerstörerischen Wucht.

Polizei und Wenzel setzen jetzt alle Hoffnung auf Zeugen. Die frühere Kirche ist umgeben von Wohnhäusern. "Möglicherweise haben diese Bewohner etwas bemerkt", hoffte Wenzel. Zeugen können sich bei der Polizei in Wanzleben oder direkt bei Rudolf Wenzel, Telefon 0160/81 410 47, melden.

Den von den unbekannten Vandalen an den bleiverglasten Scheiben des Gotteshauses angerichteten Sachschaden bezifferte Wenzel auf mindestens 1 500 Euro. Geld, das der Heimatverein für die Reparatur aufbringen müsse, wenn der oder die Täter nicht gefasst werden. Zusammen mit seinem Stellvertreter, den Schwaneberger Ortsbürgermeister Axel Spengler, beriet Wenzel gestern die weitere Vorgehensweise. Zunächst wolle der Heimatverein bei einem Glasermeister einen Kostenvoranschlag einholen, der Grundlage für das Begleichen des Schadens bei der Versicherung sei. Sei das geregelt, werde der Heimatverein den Auftrag auslösen und die zerstörten Scheiben reparieren lassen.

Die frühere katholische Kirche ist vor etwa fünf Jahren vom Heimatverein Schwaneberg vom Bistum Magdeburg gekauft wurden, berichtete Wenzel. Der Verein nutze sie seitdem für Veranstaltungen, Gottesdienste findet in der mittlerweile entweihten Kirche nicht mehr statt.

Der Heimatverein Schwaneberg leide seit geraumer Zeit unter einem gehörigen Mitgliederschwund, sagte Vorsitzender Rudolf Wenzel. In seinem gut 20jährigen Bestehen sei die Anzahl der Mitglieder von einst 50 auf nunmehr zehn geschrumpft. "Bei einer Versammlung im März wollen wir mit dem Heimatverein einen Neustart wagen", kündigte Wenzel an. Ziel sei, wieder mehr der etwa 600 Schwaneberger für eine aktive Mitarbeit im Heimatverein zu gewinnen. Dabei solle sich nach den Vorstellungen der Vereinsspitze eine Sparte um die Veranstaltungen kümmern und eine zweite um die Pflege der Schwaneberger Geschichte. Der Verein verfüge über eine gut ausgestattete Heimatstube mit Lehmbackofen und über eine großes Museum. Beide gelte es, für die Nachwelt zu erhalten.

Zu den festen Veranstaltungen, die der Heimatverein Schwaneberg jährlich im Dorf durchführt, gehören das Parkfest im Juni, das Erntedankfest im September und das Konzert in der Kirche im Winter mit Weihnachtsmarkt davor.

 

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