Die Arbeit des vergangenen Jahres stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oschersleben am Freitagabend. Neben Rechenschaftsberichten und Dankesreden wurden Kameraden auch befördert und geehrt.

Oschersleben l Zum Beginn seines Rechenschaftsberichtes verwies Ortswehrleiter Carsten Loof auf das erste Jahr unter neuer Führung. Seit April leitet er als Ortswehrleiter sowie Matthias Hinz als sein Stellvertreter die Wehr in Oschersleben. "Das war eine große Herausforderung für uns", stellte Loof fest.

Die Oschersleber Einsatzkräfte seien im vergangenen Jahr zu insgesamt 97 Einsätzen ausgerückt. Besonders hob der Ortswehrleiter den Großbrand in Hadmersleben am 1. August hervor. Damals war im Breiteweg offenbar über einen Heckenbrand ein Feuer auf ein Wohnhaus übergegriffen, dass sich in das Dach hineinfraß. Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte der Wehren aus Hadmersleben, Alikendorf, Oschersleben und Groß Germersleben vor Ort. "Die Kameraden kamen an ihre physischen Grenzen", erinnerte Loof. Er dankte in seiner Rede den Anwohnern sowie dem Malteser Hilfsdienst für die breite Unterstützung.

Außerdem sei die Ortswehr im vergangenen Jahr zu 22 Klein- und zwei Mittelbränden gerufen worden. Der Ortswehrleiter erinnerte an den Hausflurbrand in der Einsteinstraße am 16. Juni, die Verpuffung in einer Wohnung in der Pienestraße am 22. September sowie das Feuer in der Küche einer Pizzaria in der Hornhäuser Straße in der Nacht zum 25. September. Insgesamt 25 Mal lösten Brandmeldeanlagen aus, deren Alarme sich jedoch meist als unbegründet herausgestellt hätten. Den größten Teil machten jedoch Hilfeleistungen wie beispielsweise die Entfernung von Ölspuren aus.

"Alle Einsätze erforderten einen hohen Ausbildungsgrad", betonte Carsten Loof und verwies auf zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen, die besucht worden seien, sowie auf die beiden Großübungen in der Bördeklinik in Neindorf am 5. August und bei Bodeta in Oschersleben am 28. Oktober. "Dank gilt nicht nur den Kameraden für ihren Einsatz, sondern auch den Angehörigen für ihr Verständnis", sagte der Leiter weiter und verwies darauf, dass die Wehr mit insgesamt 36 aktiven Mitgliedern zwar vergleichsweise gut aufgestellt sei, aber trotzdem mit Nachwuchssorgen zu kämpfen habe.

Jugendwart Thomas Ehrhardt unterrichtete die Anwesenden im Anschluss über die Arbeit der Jugendwehr, die sich aktuell aus sechs Mädchen und sieben Jungen zusammensetze. Er berichtete über verschiedene Projekte sowie über die Zusammenarbeit mit der Wasserwacht, dem THW und den Nachwuchsartisten Awolinos. Ferner erinnerte er an das Ausbildungslager in Arendsee, den Besuch der Berufsfeuerwehr am Bundeswehrstandort Colbitz-Letzlinger Heide, den ersten Platz beim Boderennen sowie das Sommerfest in der Gartenanlage "Am Großen Bruch" in Oschersleben.

Jugendwehr hofft auf versprochenes Fahrzeug

"Ein großer Dank geht an die Stadt Oschersleben und den Förderverein für die Unterstützung unserer Arbeit", fügte Ehrhardt seinen Ausführungen hinzu. "Wir hoffen, dass das für dieses Jahr zugesagte Fahrzeug trotz der aktuellen Haushaltsdiskussion angeschafft wird." Dabei handelt es sich um einen neunsitzigen Kleinbus, der beim Lieferanten zwar schon in Auftrag gegeben wurde, dessen Bestellung aufgrund des noch nicht verabschiedeten Haushaltes jedoch nicht ausgelöst werden konnte. Das bisherige Fahrzeug stammt bereits aus dem Jahr 1992.

Diesen Wunsch griff Bürgermeister Dieter Klenke in seiner Rede auf und mahnte die Stadträte, den Wahlkampf in der aktuellen Diskussion um den Etat herauszuhalten. Er dankte zudem den Mitgliedern der Oschersleber Feuerwehr für die geleistete Arbeit und verwies auf die enormen Belastungen für die berufstätigen Kameraden. "Das kann nicht genug gewürdigt werden. Ihr habt euren Mann gestanden", betonte das Stadtoberhaupt.

Lothar Lindecke, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes, Ulf Nohr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Börde, Kreisbrandmeister Kai Pluntke sowie Stadtwehrleiter Sven Könnecke lobten ebenfalls das Engagement der Oschersleber Einsatzkräfte. Alle vier hoben auch die städtische Entschädigungssatzung als die umfangreichste und höchste im gesamten Bördekreis hervor.

Im Anschluss wurden René Ehrhardt, Kay Haumrich, Daniel Fritsch und Bernhard Wenzel in den Stand des Feuerwehrmanns befördert. Patrick Stegemann wurde zum Oberfeuerwehrmann sowie Andreas Röhr und Christian Schade zu Hauptfeuerwehrmännern ernannt. Kevin Löhning erhielt die Beförderung zum Löschmeister.

Jörg Mücke und Günther Matthias junior wurden für 50 Jahre treue Dienste geehrt, Elke Matthias für 40 Jahre. Die Drei sind zudem vom Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes Börde, Ulf Nohr, und seinem Stellvertreter, Harald Hinz, ausgezeichnet worden. Die Urkunde und ein Präsent für 30 Jahre Mitgliedschaft erhielt zudem Falk Zönnchen. Heike Riethausen, Thomas Ehrhardt, Steffen Jost und Daniel Richter wurden für 20 Jahre treue Dienste geehrt. Die Auszeichnungen für die zehnjährige Mitgliedschaft erhielten Matthias Hinz, Patrick Stegemann, Christian Ahrens und Susanne Ehrhardt.

Nach dem Pflichtteil ging es in die Kür. Die Frauen der Feuerwehrmänner hatten ein Buffet in Form von großen Schlachteplatten angerichtet, welches zu guter Letzt eröffnet wurde.

   

Bilder