Oschersleben l Auf dem Reißbrett hat der Planer die alten Gebäude bereits verschwinden lassen. Beinahe im Kreis sollen stattdessen mehrere Mehrfamilienhäuser entstehen. Doch bis es soweit ist, wird noch viel Wasser die Bode hinabfließen.

Bereits 1998 hat der Kleinalsleber Horst Eckstein versucht, die alte Oschersleber Stadtmühle zu erwerben. Doch mit den damaligen Besitzern, eine große Erbengemeinschaft mit Verbindungen bis in die USA, war das Verhandeln schwierig. Vor einem Jahr etwa wurde der Unternehmer gefragt, ob er noch Interesse hätte. Hatte er, auch in dem Bewusstsein, dass sich die Gebäudesubstanz nicht verbessert hat, es nicht einfacher werden würde, aus dem Areal etwas zu machen. ",Da hast du dir etwas vorgenommen.` Diesen Satz habe ich schon ganz oft gehört, doch ich möchte es anpacken", meint Horst Eckstein.

Erst recht, da das angrenzende Areal der Bergstraße in das Förderprogramm "Stadtumbau Ost" gehört. Über dieses Förderprogramm möchte Horst Eckstein Mittel für den Abriss der alten und inzwischen nicht mehr bewohnten Gebäude der einstigen Stadtmühle beantragen. Für den Abriss habe ein Oschersleber Planungsbüro bereits die Kosten ermittelt, ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt wurde geschlossen, auch in der Hoffnung, dass sich die Stadt an den Kosten zu zehn Prozent beteiligt. "Schließlich würden wir im Gegenzug das Stadtviertel rund um die Stadtmühle und der Burg aufwerten und wiederbeleben. Ich halte das Gebiet schon für eine interessante Ecke für ein bewusstes Wohnen am Stadtrand und doch in der Stadt", meint Horst Eckstein.

Derzeit ist das Grundstück, das hinter dem alten Tor zur Stadtmühle beginnt, als Mischgebiet deklariert. Was wiederum bedeutet, dass in dem neuen Wohngebiet in Zukunft auch kleines Gewerbe angesiedelt werden könnte.

Noch sei das Bebauungskonzept offen. "Unsere ersten Ideen gehen in Richtung Wohnpark mit kleineren Eigentumswohnungen, die auch altersgerecht gestaltet werden sollen. So wollen wir der älter werdenden Bevölkerung Rechnung tragen. Das DRK hat bereits Interesse an entsprechenden Wohnformen mit Betreuung angezeigt", berichtet der Kleinalsleber weiter.

Das alte Tor der Stadtmühle solle übrigens als eine Zufahrt erhalten bleiben, eine weitere Zufahrt gäbe es über die Halberstädter Straße 70.

Einen zeitlichen Rahmen für die Realisierung möchte Horst Eckstein nicht zu eng stecken: Der Bebauungsplan solle dieses Jahr noch stehen, allerdings gibt es 150 Träger öffentlicher Belange, die erst einmal allesamt gehört werden wollen.

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