Aktueller könnte eine Wanderausstellung, die seit Jahren unterwegs ist und nun mit Oschersleben am 300. Ort angekommen ist, nicht sein. In "anders? - cool!" erzählen junge Menschen aus verschiedenen Ländern ihre Integrationsgeschichte.

Oschersleben l Im Foyer der Europaschule Oschersleben ist noch bis zum 13. Mai die Wanderausstellung "anders? - cool!" zu besichtigen. Interessierte Einwohner und Schulklassen sind herzlich eingeladen, zu hören, zu sehen oder zu erfahren, wie es jungen Menschen erging, als sie nach Deutschland kamen. Zugewanderte Jugendliche leben aus sehr unterschiedlichen Gründen in unserem Land. Sie sind zu-, nach-, hin-und hergezogen, hier geboren, vertrieben worden oder geflohen. Gründe also, die angesichts überfüllter Flüchtlingsboote, fliehender Menschen vor Krieg und höchster Not, nicht aktueller sein können. Darauf verwies Frank Dreyer vom Jugendmigrationsdienst des AWO-Kreisverbandes Magdeburg in seiner Eröffnungsrede genauso wie den Fakt, dass es die Wanderausstellung schon seit einigen Jahre gibt und nun am 300. Ort angekommen ist. Gemeinsam mit dem Integrationsnetzwerk des Landkreises Börde war es gelungen, die Ausstellung nach Oschersleben zu holen.

Diese wurde an einem besonderen Tag der Berufsschule eröffnet. Am 4. Mai wurde hier der Europatag begangen, war eine Gruppe schwedischer Schüler gerade eingetroffen. Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hatte übrigens Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke übernommen. In seinem Namen richtete seine Stellvertreterin Christiane Klare einige Worte an die Gäste. Auch in der Bodestadt würde die Zahl der Bewohner mit Migrationshintergrund steigen. "Und es kommen Menschen, die nicht nur unterschiedliche Sprachen sprechen, sondern auch unterschiedliche Schul- und Berufsabschlüsse haben. Unterschiedliche Lebenssituationen und Gewohnheiten sind zu berücksichtigen, die aber auch neugierig machen, sich besser kennenzulernen", so Christine Klare.

"Wütend macht mich, dass mit dem Elend der Menschen Geld verdient wird", meinte Schulleiterin Gudrun Neumann zum Flüchtlingsdrama im Mittelmeerraum. Doch sie ging auch in unsere eigene Geschichte zurück.

Vor 70 Jahren war es ähnlich, waren die Menschen nach dem Krieg auf der Flucht, auch Gudrun Neumanns Mutter. Trotz der schweren Zeiten hat sie damals Hilfe erfahren und diese sollten die Menschen, die heute auf der Flucht sind, ebenso bekommen. "Das wichtigste was wir ihnen geben können, ist Akzeptanz", appellierte Gudrun Neumann.

Aktuell sieht es so aus, dass im Landkreis Börde vom Fachdienst Soziales der Kreisverwaltung 64 Jungen und Mädchen zwischen 0 und 6 Jahren, 26 Kinder zwischen 7 und 10 Jahren sowie 25 Jungen und Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren betreut werden. Sie sind leistungsberechtigt im Sinne des Asylbewerberleistungsgesetzes.

Sehen, hören und selber aktiv werden ist das Ziel der Wanderausstellung. In Wort und Bild erzählen junge Menschen ihre eigene Integrationsgeschichte, authentisch und beeindruckend. Interaktive Wissenspiele, Kurzfilme. Sprachbeispiele und Musik sowie ein Weltspiel sind multimediale Elemente von "anders? - cool!". Die Ausstellung berichtet von Sorgen, Freuden und Hoffnungen.

Schüler der Berufsschule hatten übrigens ein sehr europäisches Büfett für die Ausstellungsbesucher vorbereitet. Diese ließen sich unter anderem Racuchy (polnische Apfelpfannkuchen), oder Salata Boeuf (rumänischen Rindfleischsalat) schmecken. Die Zutaten für das Büfett konnten Dank der Unterstützung der Frauen des Lions Clubs Oschersleben - Die Börde - beschafft werden.

Anmeldungen von Schulklassen sind unter der Rufnummer 0391/4068033 möglich. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 12. Mai von 8 bis 15 Uhr und am 13. Mai von 8 bis 13 Uhr.

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