In die Sitzverteilung im Gemeinderat des Sülzetals ist Bewegung gekommen. Der Dodendorfer René Marmulla wechselte von der Links-Fraktion zur CDU.

Sülzetal l René Marmulla aus Dodendorf sitzt seit vergangenen Jahr im Gemeinderat des Sülzetals. Der 44-Jährige kandidierte für die Linke und wurde neben der Langenweddinger Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek und Altenweddingens Ortsbürgermeister Friedrich Rabe für diese Partei in den Gemeinderat gewählt. Jetzt hat Marmulla seinen Austritt aus der Links-Fraktion erklärt. Er wechselte in die CDU-Fraktion. Seit 2002 sitzt Marmulla zudem als Mitglied im Ortschaftsrat Dodendorf.

"Ich habe bereits meinen Antrag auf Aufnahme in die CDU gestellt", sagte Marmulla im Gespräch mit der Volksstimme. Bei den Christdemokraten im Gemeinderat des Sülzetals fühle er sich mit seinen politischen Ideen zur Gestaltung der Einheitsgemeinde besser aufgehoben als bei den Linken. "Ich will persönlich etwas bewegen. Bei der politischen Umsetzung meiner Ideen wurden mir in der Links-Fraktion Steine in den Weg gelegt", sagte er zu den Gründen seines Fraktions- und Parteiwechsels. Seine Vorschläge zur Konsolidierung des Haushaltes in der Einheitsgemeinde seien von seinen früheren Fraktionskollegen der Linken im Rat nicht mitgetragen worden. Das habe Marmulla auf Dauer unzufrieden gemacht. "Mit meinen Vorschlägen bin ich bei der CDU-Fraktion hingegen offene Türen eingerannt. Ich habe das Gefühl, mich dort ideenmäßig wirksam mit einbringen zu können", erklärte er. Damit sei er seinem Ziel, die Kommunalpolitik im Sülzetal aktiv mitzugestalten und als Impulsgeber zu wirken, deutlich näher gekommen.

Für René Marmulla stehe im Mittelpunkt seiner politischen Arbeit, "dass das Kirchturmdenken in der Einheitsgemeinde Sülzetal endlich aufhören muss". Die acht Mitgliedsorte, die sich in der Einheitsgemeinde zusammengeschlossen haben, könnten es seiner Meinung nach nur zusammen schaffen. Um den Haushalt für dieses Jahr beschließen zu können, müssten alle an einem Strang ziehen. Dabei werde es seiner Auffassung nach auch Einschnitte geben. Diese seien jedoch nötig, um nach einem überschaubaren Zeitraum der Entbehrungen wieder planen zu können.

"Die Gemeinde ist in vielen Fällen überfordert", sagte Marmulla. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Einwohner in den Ortschaften mit einbringen würden. Wie in seinem Heimatort Dodendorf. Dort sei unlängst mit einem Arbeitseinsatz, an dem sich 20 Bürger beteiligten, ein Anfang gemacht worden. Dass er beim Dodendorfer Ortsbürgermeister Johannes Grohmann (CDU) mit seiner Idee, einen Arbeitseinsatz durchführen zu wollen, auf offene Ohren gestoßen sei, habe Marmulla sehr gefreut. Für ihn ein Zeichen dafür, nunmehr die für ihn richtige Partei gewählt zu haben.

Doch seien in Dodendorf noch etliche Aufgaben zu bewältigen. Die Instandsetzung der maroden Bushaltestelle in der Leipziger Straße sei für Marmulla eine davon. Gerade ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt seien, würden durch die kaputten Gehwegplatten in die Gefahr geraten, zu stürzen. "Ich habe Bürgermeister Jörg Methner auf diese Gefahren aufmerksam gemacht und hoffe, dass sich die Gemeinde um die Beseitigung kümmert", verdeutlichte Marmulla. Ebenso wolle er sich um die Renaturierung des Dorfteiches in Dodendorf kümmern. "Der Teich ist tot", stellte er kurz und bündig fest. Deshalb müsse das Gewässer in der Nähe des Schill-Denkmals grundlegend gereinigt werden. "Dafür sind wieder viele Hände nötig", kündigte Marmulla einen weiteren Arbeitseinsatz an. Um die Aufgabe fachlich von einem Experten begleiten zu lassen, habe Marmulla für Anfang Juni einen Vororttermin mit Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des Bundes Umwelt und Naturschutz in Sachsen-Anhalt, vereinbart.

Mit dem Wechsel von René Marmulla in die CDU-Fraktion des Gemeinderates hat sich dort die Anzahl der Mitglieder auf neun erhöht. Die Linke hat nur noch zwei Sitze. Die Anzahl der SPD-FDP-Fraktion bleibt bei sieben, die vom Kultur- und Heimatverein/Osterweddinger Sportverein bei zwei. Marmulla will wie zuvor im Bau- und Vergabeausschuss des Gemeinderates mitarbeiten. Er ist von Beruf examinierter Krankenpfleger und arbeitet im Klinikum Magdeburg und als freier Dozent.

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