Die Einheitsgemeinde Osterburg hat 2010 insgesamt 144 Einwohner verloren. Der Ort Osterburg büßte 17 Bürger ein, gravierender fiel der Bevölkerungsrückgang in einigen Dörfern aus.

Osterburg. Die Dörfer Flessau (-33) und Meseberg (-23) ließen in Sachen Einwohner im zurückliegenden Jahr am kräftigsten Federn. Die beiden Orte verloren sogar mehr Bürger als die eigentliche Stadt Osterburg, die Anfang 2011 17 Einwohner weniger zählte als ein Jahr zuvor. In Klein Ballerstedt dürfte der Rückgang der Einwohnerzahl am deutlichsten zu spüren gewesen sein. Denn binnen eines Jahres ging die Bevölkerungszahl in diesem Dorf nach Angaben aus dem Einwohnermeldeamt von 53 auf 40 zurück.

Doch es gibt auch Dörfer, die sich über Zugewinne freuen können. So zählten mit Krevese (+13), Dequede (+1), Polkern (+2) und Röthenberg (+1) sämtliche Ortsteile der einstmals selbstständigen Gemeinde Krevese Anfang 2011 mehr Einwohner als im Januar 2010. Zuwächse verbuchten zudem die Orte Rossau (+13), Düsedau (+2), Storbeck (+4), Orpensdorf (+3) und Uchtenhagen (+4).

Das Plus in einigen Dörfern konnte den Rückgang in den anderen Osterburger Ortsteilen nicht kompensieren. Insgesamt büßte die Einheitsgemeinde 144 Einwohner ein, die Bevölkerungszahl rutschte damit unter die 11000er Grenze und lag Anfang Januar bei 10924.

Für Bürgermeister Hartmuth Raden kommt der Rückgang der Einwohnerzahl nicht überraschend. "Seit der Wende verlieren die Orte der Einheitsgemeinde jährlich rund 180 Bürger", sagte er. Dafür ausschlaggebend sei, dass die Zahl der Geburten die Sterbefälle in der Einheitsgemeinde bei weitem nicht ausgleicht. Auch 2010 nicht. Im vergangenen Jahr registrierte das Osterburger Einwohnermeldeamt 79 Geburten und 153 Sterbefälle. Und der Faktor Arbeit spiele nach wie vor eine entscheidende Rolle dafür, dass deutlich mehr Weg- als Zuzüge zu registrieren sind. 2010 meldeten sich 420 Einwohner aus der Einheitsgemeinde ab, 323 Menschen meldeten sich als neue Bürger an.

Auch für die kommenden Jahre geht der Osterburger Bürgermeister davon aus, dass die Bevölkerungsentwicklung in der Einheitsgemeinde rückläufig bleibt. Hoffnung, dass sich der Trend zumindest abschwächt, zieht Raden aus der demografischen Entwicklung. "Geburtenstarke Jahrgänge wechseln in naher Zukunft in den Ruhestand, für junge Osterburger steigen damit die Chancen auf einen Arbeitsplatz in ihrer Region. Das ist sowohl im öffentlichen Dienst der Fall aber auch in der freien Wirtschaft", so der Bürgermeister. "Vielleicht ist diese Entwicklung noch nicht in diesem Jahr spürbar. Aber auf jeden Fall in absehbarer Zeit", fügte Raden hinzu. Zudem seien der Bau der A 14 sowie der Erhalt und die Weiterentwicklung der Osterburger Infrastruktur wichtige Faktoren, um Einwohner zum Hierbleiben zu bewegen, machte der Bürgermeister deutlich.