"Der Optimismus Anfang 2010 war berechtigt" leitete der Präsident des DRK-Kreisverbandes "Östliche Altmark", Dr. Dieter Denk, am Sonnabendvormittag seinen Rechenschaftsbericht über die vergangenen zwölf Monate im Saal des Osterburger Alten- und Pflegeheimes ein, wo sich die Rot-Kreuzler traditionell treffen, um Bilanz zu ziehen und um Weichen für die Zukunft zu stellen.

Osterburg. Die Feststellung des Präsidenten traf in doppelter Hinsicht zu. Die Organisation kann wieder wichtige Erfolge im Dienst der Menschlichkeit verbuchen und steht dazu noch auf wirtschaftlich gesunden Füßen. Der Kreisverband konnte sogar einen Jahresüberschuss verzeichnen, der die Rücklagen der Organisation stärkt und auch dabei hilft, neue, ehrgeizige Projekte für Hilfebedürftige in die Tat umzusetzen. Sei es beim Katastrophenschutz, bei der Wohlfahrtspflege, der ambulanten sowie stationären Betreuung von Senioren oder Menschen mit Behinderung und nicht zuletzt bei der Unterstützung von Familien, Kindern und Jugendlichen.

Dem demographischen Wandel räumte Dr. Denk in seinem Bericht ausdrücklich Platz ein. Getreu einem afrikanischen Sprichwort – "die beste Zeit einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren, die zweitbeste Zeit ist jetzt" – forderte er ein Umdenken. In Zeiten, in denen immer weniger Deutsche geboren würden und der Pflege- sowie Zuwendungsbedarf alter Menschen steige, könne es nicht sein, das nahezu jedes fünfte Kind von Hartz IV leben müsse und Gefahr laufe, bei Bildung, Kultur und sozialen Kontakten abgehängt zu werden. "Die Gründung von Familien", so Dr. Denk, "darf keine Frage des Geldes sein."

Die Aktivitäten, mit denen das DRK der Entwicklung nicht erst seit gestern begegnet, sind umfangreich und unter anderem im Leistungsbericht 2010 festgehalten (Auszüge im rechten Artikel), der neben den nüchternen Zahlen auch einen Appell für ein Engagement in der Wohlfahrtspflege bereithält: "Warum sich betroffen fühlen, wenn es einen selbst nicht betrifft?"

In dem Zusammenhang sprach der Präsident allen ehrenamtlichen sowie hauptamtlichen Helfern (insgesamt fast 5000 Mitglieder in zehn Ortsvereinen) und allen Partnern des DRK seinen ausdrücklichen Dank für ihren Enthusiasmus, ihre Phantasie und Eigeninitiativen aus.

Einen Lichtblick in Sachen Nachwuchsförderung gab es noch vor der Diskusion sowie der Entlastung des alten und der Neuwahl des neuen Vorstandes (mehr in einer der nächsten Volksstimme-Ausgaben) beim kulturellen Teil. Die kleinen Akteure des Tanzzentrums Stendal, die mit altberliner Weisen und Rocken-‘n‘-Roll-Einlagen die Gäste im Saal beeindruckten, sind offenbar weder kulturell noch sozial benachteiligt.

 

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