Am 26. April findet in Werben eine wissenschaftliche Tagung zum Thema "Markgraf Albrecht der Bär - eine historische Persönlichkeit im Wandel der Zeit" statt. Anlass ist der 880. Jahrestag der kaiserlichen Erteilung der Lehnsherrschaft für die Nordmark (1134) an Albrecht.

Werben l Historiker sind sich einig: Albrecht der Bär hat eine enorme Bedeutung für die Entwicklung der Mark Brandenburg und Altmark. Auch die Stadt Werben und das Umland hat der Herrscher maßgeblich geprägt. Ohne ihn hätte die spätere Hansestadt kaum ihre damalige Bedeutung erlangt.

Denkmal soll in Werben an den "Bären" erinnern

Diese Erkenntnisse waren und sind der Anlass für den Werbener Arbeitskreis Albrecht der Bär, der sich für die Errichtung eines Denkmals für den Markgrafen in Werben einsetzt. Die Tagung am 26. April soll ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg sein, das Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Zu den ersten Initiatoren zur Errichtung eines Denkmals für den Markgrafen gehören die Werbener Michael Schnelle und Ernst-Jürgen Menke. Sie nahmen Kontakt mit Norbert Lazay und Uwe Lenz vom Vorstand des Altmärkischen Heimatbundes auf und mussten keine Überzeugungsarbeit leisten, die beiden Geschichtsexperten als Unterstützer und als Mitglieder der Arbeitsgruppe zu gewinnen.

Der Aufbau eines Denkmals ist mit einem großen finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden. "Die Frage ist, ob wir es hinbekommen. Erforderlich ist unter anderem viel Überzeugungsarbeit. Und dazu soll die wissenschaftliche Tagung am 26. April im Werbener Hotel Deutsches Haus einen Beitrag leisten", erklärte Norbert Lazay gestern bei einem Pressegespräch in Vorbereitung der Veranstaltung.

Mit einem breit gefächerten Tagungsprogramm wollen die Organisatoren Geschichtsinteressenten aus ganz Sachsen-Anhalt und darüber hinaus anlocken. Los geht es um 9.30Uhr. Um 10 Uhr begrüßen unter anderem Prof. Konrad Breitenborn, Präsident des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt, Norbert Lazay, Landrat Carsten Wulfänger und Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt die Teilnehmer. Erster Referent ist Dr. Lutz Partenheim aus Potsdam. Sein Vortrag steht unter der gleichen Überschrift wie die Tagung selbst: "Markgraf Albrecht der Bär - eine historische Persönlichkeit im Wandel der Zeit".

Etwa ab 11.30 Uhr beleuchtet der Berliner Dr. Jörg Kuhn die kunstgeschichtlichen Aspekte des Markgraf-Albrechts-Denkmals. Relevante Akten aus dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt stellt anschließend der Diplomhistoriker Uwe Lenz aus Meßdorf vor und zur Geschichte des Albrechtsdenkmals in Ballenstedt (Harz) spricht Karl-Heinz Meyer.

Im Anschluss an die Mittagspause geht es mit interessanten Vorträgen weiter. Ab 13.30 Uhr stellt Dr. Christian Popp aus Göttingen das Augustiner-Chorherrenstift Stendal vor. Danach kommen die beiden Studenten Sanda Sehic und Moritz Reinäcker zu Wort und stellen historische Baubefunde der Johanniterkomturei Werben vor, die einst von Albrecht dem Bären gestiftet wurde.

Exkursion nach Havelberg geplant

In der Altmark gibt es bedeutsame Einrichtungen, die nach Albrecht dem Bären benannt wurden. Wie und warum das Osterburger Gymnasium und das Stendaler Justizzentrum diesen Namen tragen, das erklären Dr. Hans-Joachim Müller (ehemaliger Leiter der Bildungsstätte) und der Direktor des Stendaler Amtsgerichts, Kay Timm. Gegen 15.30 Uhr spricht Norbert Lazay das Schlusswort. Im Anschluss bleiben die Teilnehmer noch zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen beisammen und ab zirka 16 Uhr wird zu einem Stadtrundgang eingeladen. Die Führung übernimmt der Arbeitskreis Werbener Altstadt.

Der Altmärkische Heimatbund lädt zudem alle Tagungsteilnehmer und sonstigen Interessenten zum Sonntag, 27. April, zu einer Exkursion nach Havelberg ein. Der Dom, bei dessen Weihung Albrecht der Bär zugegen war, soll dabei im Mittelpunkt stehen.

Die Teilnahmegebühr für die Tagung beträgt zehn Euro. Die Veranstaltung ist als Leh- rerfortbildung geeignet und wird vom Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Anmeldungen werden im Heimatmuseum Osterburg, Sitz des Altmärkischen Heimatbundes (Telefon: 03937/83730), und bei Michael Schnelle in Werben (039393/92980) entgegengenommen.