Die Aula der Seehäuser Gemeinschafts- und Sekundarschule stand am Sonnabend im Zeichen des Laienspieltheaters der Gruppe "Hahn im Korb".

Seehausen l Mit dem Märchenstück "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" konnte die Seehäuser Laienspielgruppe "Hahn im Korb" am Sonnabend dem Buch ihrer fast zehnjährigen Erfolgsgeschichte mit Märchenspielen und Mittelalterstücken ein weiteres Blatt hinzufügen. Im kommenden Dezember kann die Truppe um Leiterin Marion Schwarz das kleine Jubiläum feiern.

Auch der letzte Platz in der Aula im backsteinernen historischen Schulgebäude am Winckelmannplatz war besetzt. Der Saal ist die liebste Spielstätte des Ensembles, wie Marion Schwarz der Volksstimme gegenüber verlauten ließ. Und man sei dem Landkreis Stendal dankbar, dass "Hahn im Korb" immer wieder die Möglichkeit bekommt, dort zu spielen. Seit einem halben Jahr war das "Teufelsmärchen" intensiv geprobt worden

In fast zwei Stunden - inklusive Pause mit satanischer Verpflegung wie Höllenkuchen, Höllentorte, Teufelszauber und anderen infernalischen Köstlichkeiten - rollte das Märchen vor den Zuschauern zwischen einem Jahr und 80 Jahren ab. Außer dem Teufel (Falk Preuschoff) waren die 18 Darsteller weiblich, und man spürte förmlich die Begeisterung, mit der alle bei der Sache waren. Kurz zum Inhalt des Grimmschen Märchens:

Eine arme Frau bringt ein Kind zur Welt, das in seinem Leben nur Glück haben und sogar des Königs Tochter (Iris Weyl) heiraten werde. Der hartherzige König (Susanne Netal) kauft den armen Leuten das Kind ab und wirft es ins Wasser, in den Aland. Dort wird es von Wassergeistern gerettet, ein Müller (Michaela Friedrich) findet es, und von ihm und seiner Frau wird es liebevoll aufgezogen.

Glückskind wird als Problemlöser reich

Als der König zwanzig Jahre später in die Mühle kommt und die Geschichte hört, schickt er den Jüngling (Tini Hamann) mit einem Brief zur Königin (Christiane König) mit dem Befehl, man solle ihn sofort töten. Unterwegs übernachtet der junge Mann im Wald bei Räubern (Marion Schwarz, Sybille Stammer, Kathleen Zimmermann). Diese lesen den Brief, vertauschen ihn aus Mitleid, so dass er mit der Königstochter vermählt wird. Der König ist außer sich und fordert von dem ungebetenen Schwiegersohn die drei goldenen Haare des Teufels. Unterwegs zur Hölle wird dieser mit drei Problemen konfrontiert: warum ein Brunnen austrocknet, der sonst Wein gab, warum ein Baum verdorrt, der sonst Goldäpfel trug, und ein Fährmann (Doreen Behrend) nicht abgelöst wird. In der Hölle versteckt ihn des Teufels Großmutter (Ina Preuschoff). Sie reißt dem schlafenden Teufel die goldenen Haare, auf die dieser so stolz ist, aus und sagt, sie habe dabei von dem Brunnen, dem Baum und dem Fährmann geträumt. Der Teufel weiß die Lösungen. Das Glückkind bekommt die Haare, gibt dem Fährmann des Teufels Rat weiter, dem nächsten die Ruderstange zu geben, und lässt die giftige Kröte im Brunnen sowie die an der Baumwurzel nagende Maus töten, wofür reichlich mit Gold belohnt wird. Dem gierigen König sagt er, das Gold liege wie Sand am anderen Ufer. Dort gibt der Fährmann jenem die Stange, auf dass der ewig fahren muss.

Theatergruppe liebt es auch mittelalterlich

Der Dank der Theaterleute gelte neben ihren Familien für deren Verständnis und Hilfe Heinz Peters für den Kulissenbau, der Familie Nebrich für die treue Unterstützung, den fleißigen Kuchenbäckern und dem Catering-Personal. Man sei auch stolz auf eine neue stabile Vorhangkonstruktion, angefertigt von einem Seehäuser Unternehmen.

"Als nächstes bereiten wir, wie schon seit Jahren üblich, unsere Teilnahme am Tulpensonntags-Umzug vor", sagte Schwarz, die außer ihrer Rolle als Räuberhauptmann für die Bearbeitung und Musik des Stücks sowie für die Regie verantwortlich zeichnet. "Auch unser Beitrag für das Mittelalter-Spektakel, in das wir uns immer gern einbringen, hat den Besuchern offenbar auch gefallen. Wir haben sogar eine Anfrage aus Perleberg erhalten, ob wir dort beim Mittelalterfest auftreten könnten. Warum nicht, es wird eine neue Herausforderung für uns sein."

Hauptanliegen der Laienspieler sei nach wie vor, so Schwarz weiter, den Alltag der Kinder mit kleinen Wundern und etwas Fantasie zu verschönern. "Wir stellten aber im Laufe der Jahre auch fest, dass immer mehr Erwachsene ohne Kinder unsere Vorstellungen besuchen. Das und die Begeisterung und Anteilnahme unserer kleinen Zuschauer sind uns Bestätigung und Ansporn."

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