Erxleben l Seit fast 20 Jahren rüsten sich Erxlebener vom Kindes- bis zum Seniorenalter, vom Zwei- bis zum Vierbeiner an einem Sonntag im Januar zur Grünkohlwanderung. Und das war diesmal bei dem herrlichen Winterwetter mit Temperaturen um die -12 Grad direkt ein erholsamer Ausflug zu Fuß, wenn man sich dick eingemummelt hatte.

Winterbrauch wurde 1995 ins Leben gerufen

"Ich glaube, zum Jubiläum im kommenden Jahr müssen wir uns etwas Besonderes einfallen lassen", sagte Marlies Ahrend im Gespräch mit der Volksstimme. Sie hatte 1995 gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Jürgen, als der noch Bürgermeister in Erxleben war, den schönen Winterbrauch ins Leben gerufen.

Zur Vorbereitung dieses Spazierganges hätte sich anfangs die Gemeinde vor den Karren gespannt, doch seit fünf Jahren übernehme der Förderverein der örtlichen freiwilligen Feuerwehr die Regie.

Der Zuspruch im Ort sei immer größer geworden, so Marlies Ahrend weiter. "Anfangs waren wir 25 bis 30 Leute; inzwischen sind es immer um die 90 bis 100 Teilnehmer. Schön ist, dass wir - für jeden nach Befinden zur Wahl - zwei unterschiedlich lange Touren anbieten können. Der Start ist am Dorfgemeinschaftshaus."

Auf dem Weg durch das Dorf an der Feuerwehr vorbei schlossen sich weitere Dorfbewohner an. Die Route führte zunächst um ein Wäldchen herum auf die Straße nach Polkau; der Nachbarort wurde nach etwa zwei Kilometern, beziehungsweise 20 Minuten, erreicht. Inzwischen hatte sich die Formation weit auseinandergezogen.

In Polkau kamen noch weitere Wanderlustige dazu. Im dortigen Dorfgemeinschaftshaus wurde Rast eingelegt. In der "Tanke", wie es Marlies Arend spaßig formulierte, hatten Betty Haberland, Edelgard Mellenthin und Uwe Lau, seines Zeichens Ortsbürgermeister, etwa 13 Liter Glühwein heiß gemacht und auch genügend Tee bereit gehalten.

Zwei Routen standen zur Verfügung

Nach etwa 20 Minuten wurde der Marsch fortgesetzt. Wer gut zu Fuß war, schlug den Weg durch die Felder bis kurz vor Ziegenhagen ein und benutzte dann den Radweg zurück nach Erxleben - insgesamt etwa sieben bis acht Kilometer. Die kürzere Strecke führte auf dem Feldweg in Richtung Storbeck nach Erxleben.

Im Dorfgemeinschaftshaus warteten Kassler und Schweinebraten mit Grün- oder Sauerkohl auf die Wanderer. Wer absolut nicht gut zu Fuß war, hatte sich den ganzen Weg erspart, schien aber nicht weniger Appetit zu haben. Anschließend saß man noch gemütlich beisammen.

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