Seehausen (wsc) l Die Aussage des Verkehrsministers Thomas Webel (CDU), dass Stendal bis 2017 über die Autobahn erreichbar sein wird, scheine nicht mehr zu stimmen. Denn diese Aussage habe er vor dem Gerichtsurteil in Leipzig getätigt, wo den Planern gravierende Fehler nachgewiesen worden seien. Bis diese Mängel abgestellt wären, würde es garantiert noch ein bis zwei Jahre dauern. Diese Ansicht äußerten Mitglieder der Bürgerinitiative "Bündnis B189/B5 statt A 14", die sich am Donnerstag im Alanda in Seehausen zu ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung 2014 trafen.

13 BI-Mitglieder bei der Zusammenkunft dabei

Auf dieser konnte Versammlungsleiterin Susanne Bohlander 13 BI-Mitglieder aus der Region Osterburg-Seehausen und aus der Prignitz begrüßen. "Zusammen mit dem BUND haben wir erreicht, dass die Planungen verzögert und Verfahren wiederholt werden müssen. Dies war nicht die Schuld des BUND, sondern die der Planer der Autobahn, welches durch das Gerichtsurteil bestätigt wurde", sagte Bohlander. "Ich habe den Eindruck, dass von den Planern mit Absicht Fehler eingebaut wurden, damit wir sie finden sollen", merkte Wilfried Treutler von der BI aus Wittenberge an. Zweifel wurden auch daran geäußert, ob die Finanzierung bei nun fehlenden EU-Mitteln überhaupt gewährleistet sei. Der für 2016 geplante Bundesverkehrswegeplan übernehme nicht automatisch die A14. Neue Abschnitte müssten geprüft und neu angemeldet werden. Unter diesen Voraussetzungen sei es nun endlich Zeit, so die Mitglieder, dass die Alternative zur A14, nämlich der Ausbau der Bundesstraßen, geprüft würde.

Dazu legten Wilfried Treutler und Jürgen Randau ein Ausbaukonzept vor. Dieses, so Treutler, sei als Vorschlag, als Vorplanung zu sehen. Er wäre realisierbar und auch finanzierbar. Ähnlich wie die B189 zwischen Wittenberge und Perleberg ausgebaut ist, solle der weitere Ausbau der Bundesstraße erfolgen. So könnte der Verlauf von Stendal über eine Ortsumfahrung von Erxleben bis zur Querung Losenrade 2+1-spurig erfolgen. Ab Losenrade müsste sie wegen der Brücke zweispurig sein. Dieser Vorschlag, so die BI, würde mit etwa einem Drittel der Autobahnbaukosten auskommen, hätte geringere Nachfolgekosten, wäre umweltschonender, brächte weniger Transitverkehr und Lärm und wäre auch schneller zu realisieren.

Sollte dies 2016 beschlossen werden, könnte der Ausbau 2025 fertig sein. Diese Alternative zur A14 will die BI der Bevölkerung näher bringen. Persönliche Gespräche, Arbeit in den Medien und eine bald durchzuführende Podiumsdiskussion sehen die BI-Mitglieder als aktuelle Beiträge an.