Düsedau/Meseberg l Das Meseberger Mühlentheater feierte jetzt die Premiere seines Stücks "Wer krank ist, muss kerngesund sein". Im Düsedauer Saal herrschte ausgelassene Stimmung. "Wir haben ja unser Stammpublikum, und das kommt sogar aus Gardelegen", sagte Heike Rix, die "so ein bisschen" den Hut auf hatte. Als größte Herausforderung sah sie die Erkrankung von Uwe Wienroth an. Vier Wochen vor dem eigentlichen Aufführungstermin - ein Schock. "Das größte Geschenk ist, dass er jetzt wieder gesund ist und mitspielt", so Rix weiter, "das Spielen war für ihn auch Motivation." Als wandlungsfähiger, troddelig-liebenswerter Patient "Manni" steht ihm die Rolle von Picasso ebenso gut wie die des Chefarztes.

Im März 2013 begannen die Proben zu dem Krankenhaus-Stück. Pèu a pèu hatten die Mitwirkenden das Bühnenbild gestaltet. Dank der Leihgaben vom Seehäuser Krankenhaus, einer Liege von Akteur Thorsten Henschel und anderem Zubehör waren die zehn Spieler bald bestens ausgerüstet. Über die Kostüme zeichneten sie selbst verantwortlich.

Mitte Januar wurden die Proben wieder aufgenommen, und schon begann die heiße Phase. Nicht mehr nur mittwochs trafen sie sich, zwei-, dreimal in der Woche mussten schon sein. Das Zusammensein und Lachen sei das Wichtigste für alle, erklärte Heike Rix. Sich das Lachen auf der Bühne zu verkneifen, sei auch nicht immer einfach. Gerade vor der Premiere fing es an zu kribbeln. Uwe Wienroth wirbelte noch im Gastraum hinterm Tresen, dabei hätte er sich in Ruhe auf seine Rolle konzentrieren sollen. Aber da die Versorgung dem Hause Wienroth oblag, konnte er nicht aus seiner Haut.

Osterburger Blasmusikanten stimmen auf den Abend ein

Inzwischen hatten die Osterburger Blasmusikanten angefangen, die Gäste auf den Abend einzustimmen. Nachdem sich die neugierige Putzfrau und sämtliches Krankenhauspersonal vorgestellt hatte, ging es ans Eingemachte. Der äußerst unangenehme Dr. Keller (Torsten Henschel) hatte die weiblichen Akteure nämlich so verärgert, dass sie beschlossen, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Weil er allergisch auf "Hochzeit" reagiert, aber sonst kein Kostverächter ist, soll eine Sizilianerin her und ihm mal gehörig den Kopf verdrehen.

"Ich bin zum dritten Mal beim Mühlentheater und finde es sehr, sehr schön", schwärmte Jutta Völzke. "Man merkt die Liebe und die Einfachheit. Es muss auch nicht alles perfekt sein. Hauptsache, es ist viel Freude dahinter und schön volkstümlich."

Christian Hoffmann aus Möllendorf erlebte das Mühlentheater zum ersten Mal und brachte gleich die ganze Verwandtschaft mit. Er hatte mit seiner Frau Sina in dem Abend das ideale Weihnachtsgeschenk für die gesamte Familie gesehen. So saßen seine Eltern und Schwiegereltern mit am Tisch und amüsierten sich. "Ich finde es sehr unterhaltsam und bin auch ganz begeistert von der Stimmung in dem schönen Saal", lobte der Möllendorfer.