Stendal. "Stärken vor Ort" ist ein bundesweites Förderprogramm überschrieben, das lokale Akteure ermutigen soll, vor Ort zu schauen, was sie aus eigener Kraft, mit kreativen Ideen tun können, um die Zukunftschancen vor allem für junge Leute und Frauen in der Region zu verbessern. Grob gesagt also, Stärken vor Ort auszumachen, zu entwickeln und für die Menschen, die dort leben, nutzbar zum machen. Der Landkreis Stendal bewarb sich 2009 um Aufnahme in dieses Förderprojekt, was ihm neben bundesweit nur 31 weiteren Landkreisen gelang.

So entstand im Bismarker Jugendfreizeitzentrum eine "Lernstube", die Hausaufgabenhilfe anbot, erhielten Jugendliche im Stendaler Berufsschulzentrum die Mög- lichkeit zu lernen, wie man seine Gefühle unter Kontrolle bekommt, konnte der Verein "Lebendige Steine" ein Projekt ins Leben rufen, mit dem das Selbstbewusstsein und die Erziehungskompetenz junger Mütter mit Migrationshintergrund gestärkt werden sollte oder stellte der Verein "Bildungsverbund Altmark" jungen Leuten Ausbildungspaten zur Seite, die sie beim Übergang von der Schule zum Beruf begleiteten.

Bis zu 10 000 Euro Zuschuss je Projekt

Diese und weitere etwa 30 Beispiele gelungener Umsetzung pfiffiger Mikroprojekte in den vergangenen beiden Jahren waren dem Landkreis Stendal Grund genug, sich für 2011 erneut um Aufnahme in das von EU und Bund finanzierte Förderprogramm zu bewerben – mit Erfolg.

Ab sofort können sich wieder Vereine, Unternehmen, Verbände oder Einzelpersonen (zum Beispiel Existenzgründerinnen) aus dem Landkreis mit ihren Projektideen darum bewerben, ein "Stärken vor Ort"-Projekt 2011 zu werden. Die besten Chancen auf Förderung werden auch in diesem Jahr wieder Projekte haben, die sich eine bessere soziale, schulische und berufliche Integration von jungen Menschen sowie Frauen mit Problemen beim (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben auf die Fahnen geschrieben haben. Förderwürdig kann auch ein Projekt sein, das zum Beispiel mehr ehrenamtliches Engagement in Vereinen zum Inhalt hat.

Bevorzugt werden dabei Projektträger, die bisher noch kein Geld aus dem Europäischen Sozialfonds (EFS) bekommen haben. "Stärken vor Ort" wird aus EFS-Mitteln kofinanziert. Dadurch wird es möglich, dass jedes der in das Programm aufgenommenen Mikroprojekte mit bis zu 10 000 Euro bezuschusst werden kann. Allerdings werden lediglich Sachkosten und projektbezogene Personalkosten gefördert. Baumaßnahmen sind nicht förderfähig, Ausgaben für Ausrüstungen können finanziell nur geringfügig unterstützt werden. Der "Stärken vor Ort"-Fördertopf, den der Landkreis ausschöpfen kann, ist mit 120 000 Euro gefüllt.

Bewerbungen ab sofort möglich

Wer glaubt, mit seiner Projektidee Stärken vor Ort entwickeln zu können, kann sich über die Abteilung Wirtschaftsförderung des Landkreises um die Förderung seines Mikroprojektes bewerben. Ansprechpartner dort, in der Arneburger Straße 24 von Stendal, ist Dirk Grempler, der telefonisch unter (0 39 31) 60 78 82, per Fax unter (0 39 31) 68 11 90 oder per E-Mail unter dirk.grempler@landkreis-stendal.de zu erreichen ist.

Er bietet ab sofort und bis zum 18. Februar nach telefonischer Absprache eine "Stärken-Sprechstunde" an, bei der sich Interessierte über die Förder- und Bewerbungsmodalitäten informieren können.

Abgabeschluss für die Projektskizzen ist der 25. Februar. Im März wird ein lokaler Begleitausschuss entscheiden, wer in den Genuss dieser Förderung kommt. Damit könnten die ersten Projekte bereits Mitte April starten.

Und noch ein wichtiger Termin: Alle Vorhaben müssen bis zum 14. Oktober 2011 abgeschlossen sein.