Neue Mitglieder vor allem aus der ehemaligen Forst-Betriebs-Gemeinschaft (FBG) "Am Arendsee" und der Beitritt Seehausens mit rund 860 Hektar Stadtwald haben die FBG Priemern kräftig wachsen lassen. Kürzlich zogen die organisierten Waldbauern in der Bretscher Gaststätte Bilanz über das vergangene Wirtschafsjahr.

Bretsch l Mit 304 Mitgliedern und einer betreuten Waldfläche von nunmehr rund 4300Hektar (ha) hat die FBG Priemern eine beachtliche Größe erreicht. Während Seehausen zu den größten Mitstreitern zählt, reicht die Bandbreite bis zu Eigentümern mit Flächen von 0,25 ha. Diese Streuung, so der FBG-Vorsitzende Kay Richard Landwers in seinem Rechenschaftsbericht, zeige, dass die Waldbesitzer ihre Ziele gemeinsam erreichen können. Durch vereinte, sinnvolle und ausgewogene Waldbewirtschaftung werden nicht nur finanzielle Erfolge, sondern vor allem ausgeglichene, ökologische Ziele erreicht und gemeinsam der nachhaltige Nutzen für die Region gesichert.

2013 ein Jahr stabiler Holzverkaufspreise

Die Jahresmitgliederversammlung der FBG blickte auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Auf Basis zufriedenstellender und stabiler Holzverkaufspreisen konnte mit rund 16500 Festmeter Holz ein beachtliches Ergebnis vorgewiesen werden. Dabei war auch eine kontinuierliche Nachfrage nach Brennholz ein Garant für Absatz und geordnete Aufarbeitung von Restholz im Rahmen von forstlichen Maßnahmen. Erfreulich war auch die Zunahme der Produktion von Hackschnitzeln.

Die Schneebruchschäden von Dezember 2010 sind zu rund 60 Prozent aufgearbeitet. Insbesondere im Schwachholzbereich ist noch einiges nachzuholen. Sturm "Xaver" vom Dezember 2013 hat darüber hinaus auch Spuren hinterlassen, die aufgearbeitet werden müssen, führte Geschäftsführerin Yvonne Hänsel aus. Die zum Vorjahr schon reduzierten Einschlagmengen waren durch die Aufarbeitung der Schäden aber immer noch relativ hoch. Das Maß ist perspektivisch indes weiter zu verringern, um wieder ein ausgeglichenes Verhältnis von Holzentnahme zur Zuwachsrate zu erreichen.

Daneben werden viele Waldbaumaßnahmen, Walderneuerungen und Aufforstungen durch die Mitglieder der FBG konsequent voran getrieben. Wenn auch mit über 17 ha Wiederaufforstung beziehungsweise Voranbau schon viel auf den Weg gebracht werden konnte, sollte dieser Anteil in den nächsten Jahren noch weiter erhöht werden, ermutigte Katja Döge, Leiterin des Betreuungsforstamtes Nordöstliche Altmark die Mitglieder.

Waldschutz und Schädlingsbekämpfung waren weitere Schwerpunkte der Tagung. So konnten durch gezielte Maßnahmen weite Flächen gegen den Eichenprozessionsspinner beziehungsweise die Nonne (die bevorzugt Fichten und Kiefern) bekämpft werden. Die im Januar dieses Jahres durchgeführte Winterbodensuche nach Raupen, Kokons und Puppenhülsen wies demnach für den Kiefernspanner und -spinner auch auf den Flächen der FBG Priemern erhöhte Werte auf. Derzeit werden vertiefende Untersuchungen durchgeführt. Insbesondere nach dem relativ milden Winter müsse man auf alle Veränderungen und mögliche Schädigungen achten, fügte Katja Döge hinzu. Dann wären auch früh gezielte Maßnahmen möglich.

Die gute wirtschaftliche Lage der Forst-Betriebs-Gemeinschaft Priemern erlaubt stabile Hektar-Beiträge für die Mitglieder. Diese stimmten schließlich für die Erweiterung des Vorstandes. Rainer Mauer und Wilfried Schulze wurden als Vertreter der ehemaligen FBG "Am Arendsee" und für die Hansestadt Seehausen Angelika Reck und Bürgermeister Detlef Neumann gewählt.

Forstwirtschaft muss nachhaltig sein

Für dieses Jahr sind unter anderem verschiedene Fachveranstaltungen und Exkursionen für die Mitglieder insbesondere zur naturnahen, ökologischen Bewirtschaftung und im Rahmen des Klimawandels und der stetig steigenden Anforderungen an den Naturschutz, geplant. Durch abgestimmte Maßnahmen bei Waldbau und Wiederaufforstung können Nachteile des kleinstrukturierten Waldbesitzes ausgeglichen und eine durchgängig zukunftssichere Fortwirtschaft betrieben werden. Damit setzt auch die FBG Priemern in der Region die über 300-jährige Tradition der nachhaltigen Forstwirtschaft nach Hans Carl von Carlowitz fort, ergänzte Kay Richard Landwers abschließend.