Hinsichtlich des geplanten Ausbaus der Straße von Werben nach Räbel haben sich die Asphalt-Befürworter durchgesetzt. Der Werbener Stadtrat sprach sich während seiner Sitzung am Dienstag für den grundhaften Ausbau der rund vier Kilometer langen Landesstraße aus.

Werben l Das Land plant die Ertüchtigung der zirka vier Kilometer langen Landesstraße L2 vom Werbener Stadtzentrum aus bis nach Räbel. In die Entscheidung der Art und Weise der Umsetzung der Baumaßnahme will das Land auch die Meinung der Gemeinden und Einwohner vor Ort einbeziehen. Am 21. März fand dazu eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung im Rathaus statt, bei der der Leiter der Niederlassung Stendal des Landesbaubetriebs (LBB), Manfred Krüger, Rede und Antwort stand (wir berichteten). Krüger hatte Zweifel geäußert, dass ein grundhafter Ausbau der Straße mit einer Asphaltdecke notwendig sei, und auf die vergleichsweis geringe Verkehrsbelastung verwiesen. Er meinte, dass eine fachgerechte Ausbesserung der derzeitigen Natursteinpflaster-Straße den Anforderungen genügen würde. Doch das sahen bereits bei der Versammlung einige Bürger anders. Unter anderem hieß es, dass eine Ausbesserung lediglich "Flickschusterei" wäre und zu keiner grundhaften und längerfristigen Verbesserung der Sitation führe.

Bürgermeister für Ausbesserung statt grundhaften Ausbaus

Eingangs der Diskussion im Stadtrat plädierte Bürgermeister Jochen Hufschmidt für eine möglichst umfassende Ausbesserung der Straße bei Erhalt ihres historischen Charakters mit gepflasterter Fahrbahn. "Vor allem aus Zeitgründen bin ich dafür. Denn laut Herrn Krüger ist die Priorität unseres hiesigen Abschnittes der L2 nicht sehr hoch. Ich verstehe diese Argumentation so, dass andere Straßenbauvorhaben Vorrang haben und wir noch lange Zeit auf den kostspieligen Ausbau der Landesstraße warten müssen. Dagegen würde eine Ertüchtigung der vorhandenen Straße in absehbarer Zeit realisiert werden. In diesem Falle würde auch das Problem des Sommerwegs gelöst werden, der sich in einem schlechten Zustand befindet", so Hufschmidt. Der Bürgermeister plädierte allerdings für einen grundhaften Ausbau der L2 innerhalb der Ortslage Werben.

Unter anderem Michael Schnelle sprach sich für einen grundhaften Ausbau der kompletten Straße aus. Er wiederholte seine Argumentation, dass die geringe Verkehrsbelastung der L2 ihrem schlechten Zustand zuzuschreiben sei. "Hätten wir eine bessere Straße, würde sie auch stärker frequentiert, was auch zu einer besseren Auslastung der Räbeler Fähre führen würde." Schnelle verwies außerdem auf die dringend notwendige Herrichtung eines Grabensystems zur Entwässerung der Ortslage Räbel.

Entwässerung in Räbel: Noch immer kein Förderbescheid

Diese Maßnahme, so Schnelle, könnte im Zuge des Straßenbaus realisiert werden. Mehrere weitere Ratsmitglieder sprachen sich für einen grundhaften Ausbau der gesamten Straße aus. Bei der Beschlussfassung stimmte eine deutliche Mehrheit der Ratsmitglieder für die Asphaltierung.

Die Entwässerung der Ortslage Räbel war zuvor auch Thema in der Einwohnerfragestunde. Eine Räbelerin hatte auf die immer wieder während und nach Hochwassern sowie niederschlagsreichen Witterungsperioden auftretenden Staunässe-Probleme in dem Ort hingewiesen. Sie fragte, wann denn die Entwässerung endlich hergerichtet wird. Wie Hufschmidt erläuterte, hat die Hansestadt Werben über die Verbandsgemeinde die Förderung dieser wichtigen Maßnahme über das Fluthilfeprogramm beantragt. Bis jetzt liege jedoch noch kein Bescheid vor.

Wie der Bürgermeister ergänzte, werde die Landesstraße L2 (beidseitig der Elbe), zwischen den Deichen und Fähranlegern, saniert. Die Maßnahme sollenach dem Havelberger Pferdemarkt im September beginnen und noch vor der Buga 2015 abgeschlossen sein.