Gladigau macht beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" mit. Der Ort möchte nach einem zweiten Platz bei der vergangenen Auflage dieses Mal ganz oben landen.

Gladigau l "Traditionsbewusst und zukunftsorientiert - eben altmärkisch", wählten die verantwortlichen Gladigauer als Titel ihrer Dokumentation. Die mit Bildern und Fakten zum Ort versehene Mappe, auf deren Deckblatt die romanische Feldsteinkirche, das Pfarrhaus, ein Teil der Hauptstraße und natürlich die Biese zu sehen sind, liegt bereits als Bewerbung beim Landkreis vor. Der 330 Einwohner zählende und am westlichsten in der Einheitsgemeinde Osterburg gelegene Ort will die Jury beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" überzeugen.

Der Bundeswettbewerb, der erst einmal auf kreislicher Ebene startet, setzt darauf, dass die Menschen vor Ort ihr Lebensumfeld aktiv gestalten und Verantwortung übernehmen. Im Mittelpunkt steht das Engagement der Dorfgemeinschaften. Und damit kann Gladigau wuchern. "310 unserer Einwohner sind in Vereinen aktiv", sagt Ortsbürgermeister Matthias Müller nicht ohne Stolz. Das sind immerhin 94 Prozent der Gesamt-Einwohnerzahl. Und Pfarrer Norbert Lazay fügt hinzu: "Alle Generationen beteiligen sich am Vereins- und Dorfleben." Müller und Lazay nahmen in Gladigau das sprichwörtliche Heft in die Hand, investierten in den vergangenen Tagen einige Stunden in das Konzept und damit in die Dokumentation des Ortes. Und nicht nur Ortsbürgermeister und Pfarrer, sondern die Einwohner stellen sich ein großes Ziel. "Wir wollen dieses Mal besser als der Zweitplatzierte sein", gibt Müller am Sonntag die Devise aus, als Jung und Alt auf dem Platz an der Kirche zusammen kommen. Er erinnert an den vergangenen Wettbewerb, als Gladigau nur knapp hinter dem Kreismeister Garz (Elbe-Havel-Winkel) den sehr guten zweiten Platz errang. Das war 2011. Nun folgt der zweite Anlauf auf das Siegertreppchen. Der Gewinner qualifiziert sich übrigens für den Landeswettbewerb.

Konkurrenz von drei Dörfern

Müller weist darauf hin, dass der Wunsch, an "Unser Dorf hat Zukunft" teilzunehmen, aus der "breiten Masse heraus" kommt. Die vielen Vereine im Ort (siehe Infokasten) wünschen sich eine Teilnahme. Und diese prägen das Dorf, weiß Matthias Müller, der die Bürger am Sonntag darüber informiert, dass die Platzierung auf dem Steinfelder Bauernmarkt im September bekannt gegeben wird.

Zuvor bekommt der Ort an der Biese Besuch. Von der Bewertungskommission. "Wir versuchen, das bis zum 30. Juni über die Runden zu bekommen", gibt Monika Ploter, beim Landkreis zuständig für den Wettbewerb, Auskunft.

Gestern war übrigens Ende der Bewerbungsfrist. Vier Dörfer aus dem Landkreis Stendal wollen mitmachen: Am Vormittag lagen die Dokumentationen von Garz, Schäplitz, Walsleben und eben aus Gladigau vor. Ploter untermauert gegenüber der Volksstimme, dass nicht das äußere Erscheinungsbild entscheidend sei. Wichtiger seien beispielsweise die sozialen und kulturellen Aktivitäten und die wirtschaftliche Entwicklung auf den Dörfern.