33 Jahre leitete er den Seehäuser Imkerverein. Nun muss Herbert Gri-guhn etwas kürzer treten. Dieter Smyrek, neuer Vorsitzender des Vereins, würdigte die Verdienste seines Vorgängers.

Seehausen l Als Herbert Gri-guhn kürzlich bei der Jahreshauptversammlung der organisierten Imker in der Seehäuser DRK-Begegnungsstätte mit Rollstuhl auftauchte, bekam er erst einmal Applaus. Der langjährige Vorsitzende des Imkervereins Seehausen und Umgebung 1852 wurde an diesem Tag mit Josef Preis und Karl-Hermann Bartels aus dem Vorstand verabschiedet.

Versammlungsleiter Wilfried Winkelbauer bemerkte gleich zu Beginn: "Wir haben deinen Kommentar vermisst. Du hast immer gesagt: Zu DDR-Zeiten haben wir das schon so und so gemacht." Vor einem Jahr war der Seehäuser noch davon überzeugt gewesen, noch einmal zu kandidieren. Doch der Schlaganfall im Oktober machte Griguhns Pläne zunichte. Erst im März kam er von der Reha aus Leetzen zurück.

Seinen Auftritt bei der Versammlung hatte er sich anders vorgestellt, nicht im Rollstuhl. Zeit für das Schmökern in alten Protokollen und in der Chronik hatte er. Ziemlich 100 Vereinsmitglieder zählte der Verein einmal, bis auf 15 war die Zahl am Tiefpunkt abgesackt, erzählte Herbert Griguhn und fügte hinzu: "Ich möchte mich bei denen bedanken, die mir zur Seite gestanden haben. Wenn ihr in Not seid, ruft mich an."

Sein Motto: "Aus Schaden wird man klug oder nie." Drei Mal hatte der passionierte Imker Schaden zu verzeichnen. Sein Bestand war bis auf null Völker runtergeklappt. "Die Bienen sind mein Leben", betonte Griguhn, darum habe er am Glauben festgehalten und sich wieder aufgerappelt.

Für ihn gibt es nichts Schöneres als den Duft des Stockes wahrzunehmen und die Bienen mit dickem Pollen heranfliegen zu sehen. 64 Jahre ist er Imker, 33 Jahre hatte er den Vorsitz in Seehausen inne. "Unser Verein betrachtet sich als Bienenvolk - das hält zusammen. Ich danke für euer Vertrauen", stellte der Seehäuser klar.

Sein Nachfolger Dieter Smyrek werde den Verein in seinem Sinne weiterführen, bestätigte Winkelbauer. Von Smyrek bekam Griguhn dann auch die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden. "Wir verlieren als Vorsitzenden einen gestandenen Imker, der wusste, wie man mit Menschen umgeht und wie man das Geld zusammenhält", schloss Smyrek die Abschiedsrede ab.

Trio mit Präsenten und Urkunden bedacht

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge zogen ebenso Josef Preis und Karl-Hermann Bartels aus dem Vorstand aus. Letzterer hatte die Liebe zu den Bienenvölkern von seinem Großvater. 1971 kam der heute 74-Jährige nach Höwisch. "Meinen ersten Bienenschwarm hatte ich in einer Lindenallee", erinnerte er sich. Alle Drei erhielten Urkunden und Präsentkörbe.