Heinz-Joachim Vollmer sorgt bei der Osterburger Stadtratswahl am 25. Mai für eine Premiere. Der Rengerslager ist der erste Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen, der in das Gremium einziehen will.

Rengerslage/Osterburg l Mit dem in Schleswig geborenen und vor vier Jahren von Berlin nach Rengerslage gezogenen Kfz-Meister Heinz-Joachim Vollmer rechnet sich der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen gute Chancen auf künftigen Einfluss in der Osterburger Kommunalpolitik aus. Der 66-Jährige beschreite aber seinen eigenen Weg. "Im Mittelpunkt steht für mich immer die freie Entfaltung und Entscheidungshoheit eines jeden Einzelnen. Aber etwas anpacken und umsetzen geht nur gemeinsam", so Vollmer. Nachdem er vor vier Jahren ein Haus in Rengerslage erwarb "und mich in meine neue Heimat verliebte, bin ich 2011 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen geworden. Grüne Werte wie der Schutz und der schonende Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen im Einklang mit Mensch, Umwelt und Natur war immer Teil meines Lebens."

Als Rengerslager ärgert Vollmer aktuell das Vorhaben der Straathof Holding, die benachbarte Schweinehaltungsanlage in Wasmerslage auf etwa 30000 Tierplätze zu erhöhen. "Ich habe schon viel erlebt. Aber das hat nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun. Hier geht es nur noch um Masse statt Klasse und Profit auf Kosten des Tierwohls, der Umwelt und der Menschen vor Ort. Wertverluste der Häuser, Gestank, Verkehrsbelastung, güllegetränkte Äcker und Gesundheitsgefahr durch multiresistente Keime aufgrund des maßlosen Antibiotikaeinsatzes schränken die Lebensqualität massiv ein. Das will ich nicht so einfach hinnehmen", erklärt Vollmer, der im Genehmigungsverfahren selbst eine Einwendung eingereicht hat. Neben der Kandidatur für den Stadtrat bewirbt sich der Rengerslager auch um einen Platz im Königsmarker Ortschaftsrat und im Stendaler Kreistag.