Auch in der VG Arneburg-Goldbeck sollen die Feuerwehren neu strukturiert werden. Doch um die zügige Einsatzfähigkeit zu gewährleisten, gibt es an vielen Stellen noch großen Nachholbedarf. Das wurde während der Sitzung des Ordnungsausschusses am Montag deutlich.

Goldbeck l Die Vorstellung und Diskussion der neuen Ausrückebereiche für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde (VG) Arneburg-Goldbeck war einer der umfangreichsten Tagesordnungspunkte bei der Sitzung. Wie der Ausschussvorsitzende André Witwar erläuterte, sei es laut Aussage des Landkreises Stendal anzustreben, dass an jedem Ort im Ernstfall eine qualifizierte Feuerwehr-Gruppe mit entsprechender Technik am Einsatzort ist. Im Zuge der Bildung der neuen Ausrückebereiche habe die VG von den Ortsfeuerwehren eine Übersicht erstellen lassen, welche personellen und technischen Ressourcen vorhanden sind.

Vor allem zu wenig Atemschutzgeräteträger

Wie der stellvertretende Verbandsgemeindewehrleiter, Michael Nix, ausführte, sei mit Blick auf die neuen Ausrückebereiche deutlich geworden, dass vor allem tagsüber in der Zeit von 6 bis 18 Uhr die Einsatzfähigkeit zu wünschen übrig lasse. Auf das Personal bezogen mangele es in dieser Zeit vor allem an Atemschutzgeräteträgern. Zudem würden noch zusätzliche Fahrzeuge benötigt.

Im Ausrückebereich I (Arneburg-Krusemark) seien tagsüber 26 Feuerwehrkräfte einsatzbereit, darunter nur fünf Atemschutzgeräteträger (AGT). Nix wies darauf hin, dass in diesem Bereich der Bedarf an AGT besonders groß sein könne - wegen Einrichtungen wie dem Industrie- und Gewerbepark sowie dem Altenpflegeheim Arneburg. Die fahrzeugtechnische Ausrüstung sei in diesem Ausrückebereich dank der Stützpunktwehr Arneburg allerdings ausreichend.

Im Ausrückebereich II (Eichstedt-Hassel) stünden tagsüber 20 Feuerwehrkräfte bereit, darunter lediglich drei AGT. Im Ernstfall, so Nix, gebe es Schwierigkeiten einen Rettungstrupp aufzustellen.

44 Feuerwehrkräfte seien im Ausrückebereich III (Werben-Iden) tagsüber einsatzbereit, darunter jedoch nur vier AGT und nur ein Gruppenführer. Im Ausrückebereich IV (Goldbeck-Rochau) sehe die Situation mit tagsüber 26 einsatzbereiten Kameraden und fünf AGT kaum besser aus. Das Problem, so Nix, seien in allen Ausrückebereichen die weiten Fahrstrecken. Das führe dazu, dass angesichts der dünnen Personaldecke und dem teilweisen Mangel an erforderlichen Fahrzeugen die Einsatzbereitschaft in der vorgegebenen Zeit tagsüber teilweise nicht abgesichert werden könne - insbesondere in Randlage-Orten.

Es fehlen Fahrzeuge mit Wassertank

Karlheinz Schwerin verwies mit Blick auf die einsatzbereiten Kameraden auf ein weiteres Problem. Fraglich sei, ob die Kameraden für bestimmte Einsätze auch ausreichend qualifiziert seien. Zudem hätten viele der aktiven Feuerwehrmitglieder das Rentenalter erreicht oder stünden kurz davor.

Ordnungsamtsleiter Karsten Rottstädt wies jedoch darauf hin, dass viel getan werde in Sachen Nachwuchsförderung und Qualifizierung der Kameraden. Dabei werde auch darauf geachtet, dass Qualifizierungsmaßnahmen auch nachhaltig ausgerichtet würden.

Nix machte auch Ausführungen zur fahrzeugtechnischen Ausstattung. Es herrsche Bedarf an Fahrzeugen mit Wassertank und zum Teil auch an Mannschaftstransportkapazität. Letzteres treffe vor allem auf den nördlichen Bereich der VG zu. Das Problem der fehlenden Drehleiter sei zudem hinlänglich bekannt. Witwar ergänzte, dass es noch zu klären sei, ob bei jedem Einsatz der gesamte Ausrückebereich alarmiert werden müsse.

Die genannten Erhebungen seien Bestandteil der aktuellen Risikoanalyse beziehungsweise flössen dort noch ein. Daraus lasse sich ableiten, wo personeller und technischer Nachholbedarf sei. Resultierend daraus seien wiederum die richtigen Entscheidungen zu treffen, wo welche Fahrzeuge zu stationieren und welche Baumaßnahmen an welchen Gerätehäusern notwendig sind.