Pfarrerin Almut Riemann kann sich wieder einmal auf ihre "Mannschaft" verlassen: Auch in diesem Jahr sorgen Frauen und Männer dafür, dass die Pforte der Seehäuser St. Petri-Kirche für jedermann offen steht.

Seehausen l Sie ist nicht nur das Wahrzeichen der Hansestadt Seehausen. Die St. Petri-Kirche ist auch ein Publikumsmagnet. Das wissen die ehrenamtlichen Helfer der Pfarrgemeinde nur am besten. Sie sind von Mai bis Oktober sechs Stunden täglich dort anzutreffen, um Touristen den Zutritt in die altehrwürdigen Mauern des Gotteshauses zu gewähren. "In den Vorjahren hat es sich immer ausgezahlt", sagte Pfarrerin Almut Riemann zum Projekt "Offene Kirche". Am Donnerstag wurden die Vorbereitungen für die aktuelle Saison getroffen.

In diesem Jahr gibt es eine Erweiterung des Angebots: Hans-Peter Bodenstein, der kürzlich mit dem Romanikpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurde, würde viermal im Monat eine Führung unter dem Motto "Aus der romanischen Vergangenheit der St. Petri-Kirche" anbieten. "Eine gute Idee", befand die Pfarrerin. Und auch der harte Kern der zwölf Frauen und Männer, die ab der kommenden Woche die Kirche offen halten werden, begrüßen den Gedanken des Seehäusers. Bodenstein wird am vierten Sonnabend im Juni, Juli und September, sowie am dritten Sonnabend im August (Beginn 15 Uhr) sein Wissen über St. Petri weiter geben. Dann wird er unter anderem berichten, dass der Backsteinturm aus der Zeit um 1226 ist. Das wisse er so genau, da ein gespaltener Bohlenstamm aus Eichenholz, der für eine damalige Schalung verwendet wurde, noch zu einem Teil in der Wand stecken geblieben war und entdeckt wurde. "Dafür hat man nur frisch verarbeitetes Holz verwendet", weiß Bodenstein. Die dendrochronologische Untersuchung ergab das genannte Jahr.

Die "Offene Kirche" startet am Donnerstag, 15. Mai. Sie steht dann täglich von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr für jedermann offen. Die Termine für den ersten Monat der Saison, die meist im Oktober endet, sind fast alle vergeben. Somit ist die Pfarrgemeinde gerüstet. In diesem Jahr ist es außerdem wieder möglich, die Stufen bis hoch in die Türmerwohnung zu bestreiten und diese zu besichtigen.