Osterburg l Beim Eintreffen der Feuerwehr am Freitag gegen 21.30 Uhr schlugen die Flammen bereits zwei Meter aus den Fenstern der zweiten Etage. Mit schwerem Atemschutz ausgerüstet, begaben sich Kameraden in die Wohnung und in das Brandzimmer, in der sich eine Person befand. Sie konnte schwerverletzt gerettet werden. Weitere fünf Anwohner erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden in die umliegenden Krankenhäuser nach Stendal und Seehausen gebracht.Unter den Verletzten befanden sich auch eine 18-jährige Mutter mit ihrem Kleinkind, die im Stendaler Krankenhaus medizinisch versorgt wurden. Weitere Personen wurden evakuiert.

Temperaturen von etwa 1000 Grad

"Die Kameraden haben eine hervorragende Arbeit geleistet, auf welche wir stolz sein können", sagte Osterburgs Wehrleiter Sven Engel. Die Einsatzkräfte im Gebäude arbeiteten unter extremsten Bedingungen. Die Sicht war äußerst eingeschränkt, die Temperaturen lagen in der Wohnung bei rund 1000 Grad. Der durch den Brand entstandene Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zu Folge auf rund 70000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden von Kriminalpolizei übernommen und dauern an. Anwohner, die einen beißenden Rauchgeruch im Hausflur des Blockes bemerkten, lösten den Alarm aus. Die Osterburger Feuerwehr rückte mit 19 Kameraden und insgesamt vier Fahrzeugen an den Einsatzort, der den Blauröcken bereits durch mehrere Fehl-alarmierungen in der Vergangenheit sehr bekannt ist, an. Neben der sofort eingeleiteten Brandbekämpfung und der Suche nach der vermissten Person mit der Wärmebildkamera wurde das Treppenhaus mit Hochleistungslüftern entraucht, damit es "als Rettungsweg für die anderen Bewohner zur Verfügung stand". Trotzdem mussten mehrere Menschen mit Hilfe der Drehleiter gerettet werden. Rettungssanitäter und Notärzte trafen ebenfalls ein. Bereits im Treppenhaus wurde mit der medizinischen Erstversorgung begonnen.

"Die Brandbekämpfung zeigte schnell Wirkung, so dass ein Feuerübersprung in das darüber liegende Geschoss verhindert werden konnte", so Engel, der mit seiner Mannschaft gegen 23.30 Uhr die Einsatzstelle verlassen konnte.

Der Ordnungsamtsleiter der Hansestadt Osterburg, Matthias Frank, war ebenfalls vor Ort und koordinierte die Unterbringung der Mieter, welche nicht in ihre Wohnungen zurück konnten - diese waren durch Brandrauch geschädigt worden.

Übrigens wurde zur effektiven Brandbekämpfung ein Wasser-Schaum-Gemisch eingesetzt. Um den Schaden durch Löschwasser gering zu halten, wurde das Wasser vom Fußboden mittels einem speziellen Sauger abgesaugt.