In der St. Nikolauskirche zu Beuster ist seit Sonnabend die Ausstellung der 18-jährigen Kotryna Butkuté zu sehen. Der Förderverein verdankt die "Impressionen" der jungen Litauerin der Kooperation mit der Stendaler Kaschade-Stiftung.

Beuster l Ihren Anfang nahm die Kooperation in den 90er Jahren, nachdem der damalige Kreis Havelberg den einst regen Austausch mit Litauen "schleifen gelassen hatte", erzählte Prof. Hans-Jürgen Kaschade aus Stendal. Er brachte den Kontakt in Zusammenarbeit mit seiner Stiftung wieder in Schwung.

Die Internationalität erfährt ihre Förderung inzwischen wieder unter anderem in Sommerkursen. In diesem Monat sind beispielsweise Schüler aus Litauen eine Woche in Stendal zu Gast. Kaschades letzter Besuch in Litauen liegt wiederum auch nur wenige Wochen zurück. Über Kotryna Butkuté sagt der Kunstförderer: "Sie hat nicht nur einen gegenständlichen Blick, sie ist eine Suchende, die überlegt, ob sie Architektin oder Chemikerin werden möchte."

Kotryna Butkuté besucht das Kunstgymnasium

Derzeit besucht die Schülerin das Kunstgymnasium in Vilnius. Ihre Mutter - selbst Kunsterzieherin - erkannte das Talent schon, als sie drei Jahre alt war, weshalb sie ihre Tochter im Grundschulalter auch auf einer Kunstschule anmeldete. Textiles Gestalten macht Kotryna ebenso gern wie Grafiken und Drucktechniken. Zu Kaschades Bedauern wäre das Risiko zu groß gewesen, dass ihre Seidenmalerei in der St. Nikolauskirche aufgrund der Feuchtigkeit Schaden nimmt, denn diese gefallen ihm besonders. In Beuster sind statt dessen 15 große und sechs kleine Arbeiten zu sehen, Aquarelle, Ölbilder und Grafiken, mit den Titeln "Wald", "Winter", "Das alte Haus am Fluss" und ein Triptychon.

"Ich finde die Bilder sehr spannend", so Helga von Saldern aus Werder, "darin liegt so viel Phantasie." Mit Begeisterung blätterte sie mit ihrem Mann Friedrich Christoph in dem von Kotryna illustrierten Kalender, der an ihre Seidenmalerei erinnert und die weite Landschaft ihrer Heimat zum Thema hat. Zudem liegt das von ihr bebilderte Vorschulbuch "Deutsch mit Ferdinand" aus.

"Wir haben eine Verpflichtung der Jugend gegenüber", stellte Kaschade klar. In dem Vorsitzenden Dr. Volker Stephan hat er einen Gleichgesinnten gefunden, der sich freut, bis zum Ausstellungsende im August noch viele Besucher in der St. Nikolauskirche zu Beuster zu begrüßen.

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