Lindenberg l Bei ihrem Stichtag beziehen sich die Organisatoren aus den Reihen der Einwohner auf Nicolaus von Werben, von dem verbürgt ist, dass er der Lindenberger Kirche 1314 einen Ablass gewährt hat. Die Erwähnung im Zusammenhang mit der Kirche ist auch ein wichtiges Indiz dafür, dass die Geschichte des Dorfes viel älter ist. Selbst in der Steinzeit herrschte dort Leben, wie die vielen Hühnengräber belegen, die es da früher gab.

Nur wenig überliefert

Das sieht auch Wolfgang Wöllner so, der die Geschichte Lindenbergs bei der Festveranstaltung etwas Revue passieren lassen will. Eine schwere Aufgabe, weil nicht so viel überliefert ist, was der historischen Aufarbeitung dienen könnte, weshalb er auch Abstecher in die Geschichte der Altmark und zu den Wurzeln Preußens unternehmen will.

Wahrscheinlich sind die Lindenberger ein Konglomerat aus Thüringern, Sachsen und Wenden. Sicher ist, dass sich der Ort, auch als er noch Lintberg oder Linberge hieß, immer der Linde als einem wichtigen Baum der germanischen Mythologie verbunden fühlte. Eine Treue, die bis heute anhält und im Umland ein Alleinstellungsmerkmal ist.

Angesichts des Alters, das Linden erreichen können, hätten Exemplare aus der Zeit der Ersterwähnung gute Chancen, auch heute noch das Licht der Welt zu "sehen". Dass dem nicht so ist, liegt an der bewegten Geschichte des heutigen Haufendorfes, das seinen Ursprung vermutlich als Rundling rund 1000 Meter nördlich des heutigen Ortes hat.

Über die Umsiedlung lässt sich trefflich spekulieren. Für Wöllner kommen unter anderem die totale Zerstörung im 30-jährigen Krieg ebenso in Frage, wie eine Epidemie oder eine Feuersbrunst, die bei der damaligen engen Bauweise mit Materialien wie Holz und Stroh leichtes Spiel gehabt hätte. In jedem Fall ließen die damaligen Einwohner die Wüstung im Stich, die an der damals von Händlern vielbefahrenen Heeresstraße lag, die es heute noch als unbefestigten Weg von Tannenkrug in Richtung Jeggel gibt.

Abriss nach 190 Jahren

Ungewöhnlich an der Ortsgeschichte ist auch, dass die erst 1702 eingeweihte Kirche etwa 190 Jahre später (vermutlich wegen Baufälligkeit) schon wieder abgerissen und am Ortsrand als Backsteinbau neu errichtet wurde.

Auch wenn sich Wöllner ausdrücklich nicht als Chronist sieht, hat er einiges zusammengetragen, was seinen Vortrag beim Festakt interessant machen dürfte. Was auch auf Zahlen aus der jüngeren Vergangenheit, wie den Bau der Schule 1850, den ersten Telefonanschluss 1900, die Elektrifizierung Lindenberges 1924, die Gründung der ersten LPG 1953 und mehr zutrifft. Die Gäste dürfen gespannt sein.