Schönberg l Den Beständen des Europäischen Aals steht laut Fachliteratur "das Wasser bis zum Hals". Im gesamten Verbreitungsgebiet sind die Bestände dramatisch eingebrochen. Untersuchungen zwischen 1980 und 1999 an 19 Flüssen in 12 Ländern haben ergeben, dass die Glasaalbestände weit über 90 Prozent zurückgegangen sind. Dem entsprechend deutlich sind natürlich auch die Einbrüche bei der Aalfischerei.

Auch vor der Elbe machte diese Negativentwicklung nicht halt. Der europäische Aal wird in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als "vom Aussterben bedroht" geführt und in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands als "gefährdet" eingestuft. Seitens der EU wurde auf diesen Negativtrend reagiert. 2007 wurde eine Verordnung mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Aalbestandes beschlossen. Alle EU-Staaten müssen demnach Managementpläne aufstellen und geeignete Maßnahmen zum Erhalt dieser Art ergreifen.

20 Gramm Lebendgewicht

Einige dieser Maßnahmen sind die Einstellung des Glasaalfanges für Speisezwecke, Fangverbote beziehungsweise Reduzierungen der Fangintensität bei Gelb-und Blankaalen, Mindestmaßerhöhungen, Schutz abwandernder Blankaale vor Turbinen, Renaturierung der Lebensräume, Verringerung des Kormoranbestandes oder aber Besatzmaßnahmen.

Speziell zum letzten Punkt wurde vor wenigen Tagen im Auftrage des Osterburger Kreisvorstandes des Deutschen Angel-Fischer-Verbandes (DAFV) eine Aktion gestartet. Vorstandsmitglied Gunnar Bahlke von der Schönberger Ortsgruppe und sein Stellvertreter Carsten Weigelt holten aus Güsen bei Parey 108 Kilo Satzaale mit einem Stückgewicht von je rund 20 Gramm. Diese "Aalbabys" wurden von beiden in der Elbe und ihren Nebenflüssen wie Uchte, Biese, Aland sowie in den Kuhlen und Wehlen im Überschwemmungsgebiet der Elbe ausgesetzt. Dies geschah an insgesamt 21 verschiedenen Stellen im Norden des Landkreises Stendal. Auch für den Arendseer Fischer Wilfried Kagel brachten sie für 50 Kilo Besatzaal mit.

Fahrt im 1000-Liter-Tank

Auf dem Transporter von Gunnar Bahlke war ein 1000-Liter- Wasserbehälter stationiert. Über einen Kompressor, der von einem Notstromaggregat gespeist wurde, strömte Sauerstoff zu den Fischen, die den Transport dadurch schadlos überstanden. Diese Anlage, die vom Angelsportfreund Emme aus Krüden gebaut wurde, hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach beim Fischbesatztransport bewährt.