Gladigau (fsc) l Großformatige Farbfotos mit Ansichten aus dem 250 Jahre alten Gladigauer Pfarrhaus, vom Grundstück und den Nebengelassen sind der Blickfang in einer Ausstellung zur Geschichte des Anwesens der seit 1985 hier ansässigen Pfarrersfamilie Lazay. Anlässlich des Jubiläums hat Pfarrer Norbert Lazay diese Ausstellung im Kirchsaal eingerichtet, und sie wird noch diese Woche Interessierten zugänglich sein, wenn sie sich im Pfarrhaus melden.

Die Fotos stammen von einem Stendaler Fotografen, die Ausstellungsstücke aus der Sammlung Lazay. Der Betrachter findet die Gladigauer Pfarrergenerationen aufgelistet, begonnen 1554 mit Joachim Krüger bis heute mit Norbert Lazay.

Bezogen auf das jetzige Pfarrhaus lebten und arbeiteten hier seit dem Erstbezug 1764 14 Pfarrersfamilien mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 18 Jahren. Die längste Zeit mit 50 Jahren hatte Valentin Grunge das Pfarramt inne, die kürzeste Johann Gustav Winkler mit nur einigen Monaten. Nicht ersichtlich ist, dass in den 250 Jahren 70 Pfarrerskinder geboren wurden und heranwuchsen.

Interessant dürften auch die ausgelegten alten Bibeln sein, die in hebräischer, griechischer, lateinischer und niederdeutscher Sprache verfasst sind. Es befindet sich darunter auch eine so genannte Schmugglerbibel, in der Seiten ausgeschnitten sind, so dass sie ein Fach bilden, in dem man Dokumente, Schriften und ähnliches verborgen hatte. Diese hätte ihr Vater auf einem Schutthaufen gefunden, berichtete uns Adele, eine der Lazay-Töchter.

Ferner findet man eine Sammlung von Bibeln aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter eine sehr seltene Ausgabe aus Württemberg, in der Heilige Schrift und Gesangbuch gemeinsam eingebunden sind.

Auf einem Schreibpult unter Glas befindet sich das die Gladigauer Pfarrei betreffende älteste Schriftstück, verfasst von Pfarrer Valentin Grunge, im Amt gewesen von 1681 bis 1731. Der Besucher findet auch verschiedene für die damalige Zeit "ausländische" Gesangbücher, zum Beispiel aus Anhalt, Schleswig-Holstein, Schlesien, Ostpreußen, Pommern/Rügen, Hannover, Berlin und Magdeburg.

In einer anderen Vitrine liegen Fundstücke, die bei Bauarbeiten am Pfarrhaus ans Tageslicht gekommen waren wie Tierknochen, Tapetenreste, ein irdenes Gewürztöpfchen, ein Holzpferdchen und anderes.

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