Die Gewässer der Hohen Garbe genießen besondere Bedeutung: Jüngst wurden Fischarten nachgewiesen, die auf der Roten Liste für gefährdete Fische geführt werden.

Wanzer l Mit der Elektrobefischung wurden in den vergangenen Wochen die Bestände der Gewässer der an der Grenze zu Niedersachsen gelegenen Hohen Garbe erfasst. Die Aufgabe oblag dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). In den nächsten Jahren sollen Maßnahmen zur Auenreaktivierung durchgeführt werden.

Das circa 420 Hektar große Gebiet der Hohen Garbe ist Lebensraum zahlreicher bestandsbedrohter Tier- und Pflanzenarten. Das wurde jüngst bei der Elektrobefischung deutlich. Besonderes Augenmerk fiel auf zwei kleine und unscheinbare, im Verborgenen lebende Fischarten aus der Familie der Dornschmerlen: den Steinbeißer und den Schlammpeitzger. Beide Arten sind durch den Rückgang ihrer Lebensräume gefährdet - an der Elbe ist dieser namentlich durch den Verlust von 80 Prozent der ursprünglichen Überschwemmungsflächen durch Deichbau und Melioration bedingt, teilt der BUND mit. Beide gefährdete Fisch-Arten werden auf der Roten Liste geführt und sind streng geschützt. Und beide nachtaktiven Arten konnten im Bereich der Hohen Garbe nachgewiesen werden: Der Schlammpeitzger mit wenigen Individuen an fünf, der Steinbeißer sehr zahlreich an acht Standorten im Vorland und in kleinen Gewässern im Wald - ein Beleg für die Artenvielfalt der Hohen Garbe.

Fische werden durch den Strom leicht betäubt

Bei der Elektrobefischung produziert ein Generator Gleichstrom, der Strom wird durch ein Kabel ins Wasser geleitet. Der amtlich geprüfte "Elektrofischer" schreitet mit dem Kabel, an dem die Elektrode angebracht ist, und einem Kescher, an dem die Anode befestigt ist, durch das Wasser. Er ist durch eine Wat-Hose aus Gummi vor dem Strom geschützt, der nur fließen kann, wenn ein Knopf am Kescher gedrückt gehalten wird. Fließt der Strom, werden Fische im Radius von anderthalb bis zwei Meter angelockt. Sie schwimmen zur Anode, die am feinmaschigen Netz des Keschers befestigt ist. In unmittelbarer Nähe zur Anode werden die Fische durch den Strom leicht betäubt und können eingefangen werden. Das Netz wird regelmäßig in einen Eimer entleert, die gefangenen Fische werden bestimmt und umgehend wieder freigelassen.

Die Bestandserfassungen der vorhandenen Lebensräume werden durch das Land mit Fördergeldern unterstützt.

Bilder