Die Einheitsgemeinde Osterburg werkelt an einem gastfreundlicheren Erscheinungsbild. Dazu sollen auch Info-Tafeln verhelfen, die Dörfer, Kernstadt und besondere Sehenswürdigkeiten vorstellen. Eine erste Tafel wurde jetzt eingeweiht.

Krevese l Die Tilly-Eiche von Krevese macht den Anfang. Der rund 600 Jahre alte Baum auf dem Grund und Boden der Agrargenossenschaft Krevese-Drüsedau, in dessen Nachbarschaft im 30-jährigen Krieg (1618-48) der kaiserliche Feldherr Tilly mit seinen Landsknechten biwakiert haben soll, wird Neugierigen seit dem vergangenen Wochenende durch eine Infotafel näher vorgestellt. Agrargenossenschafts-Geschäftsführer Martin Ahrndt und Hauptbuchhalterin Birgit Maaß nutzten eine Flur- und Feldbesichtigung, um die Tafel zu enthüllen.

Elf Aufsteller in elf verschiedenen Orten

Zu den Beobachtern des kleinen Aktes zählte auch Ralf Engelkamp. Der Mitbetreiber des Kreveser "Atelier offen" gehört zu den wesentlichen Protagonisten, die die Tourismusanstrengungen der Einheitsgemeinde Osterburg vorantreiben. Eines dieser Projekte zielt auf die Erarbeitung von Info-Tafeln, die Wissenswertes aus der Historie der Dörfer und der Kernstadt vermitteln. Keine dieser 60 Zentimeter breiten und zwei Meter hohen Tafeln wird den gleichen Info-Inhalt haben. "Wir stellen in jedem Hauptort einer früher eigenständigen Gemeinde eine Tafel auf, die aber auch nur über diese Ortschaft informiert", erzählte Engelkamp. Und er fügte erklärend hinzu: "Das Kreveser Exemplar beispielsweise wird also ausschließlich Angaben über Krevese, Dequede, Polkern und Röthenberg enthalten."

Engelkamp freut sich, dass Unternehmen die Initiative der Einheitsgemeinde schon aufgreifen und sich mit eigenen Tafeln beteiligen. Wie zum Beispiel die Agrargenossenschaft Krevese-Drüsedau, die mit ihren Verweis auf die Tilly-Eiche sogar zum Pilotprojekt avanciert. Das Landwirtschaftsunternehmen hatte die eigenen Vorstellungen frühzeitig mit der Einheitsgemeinde abgestimmt. Dementsprechend steht dort jetzt eine Tafel, die sich vom Aussehen her an die Informationsgeber der Kommune anlehnt. Gleiches soll übrigens für weitere Tafel-Überlegungen von Unternehmen gelten. So beabsichtigen die Betreiber des Windparks bei Krevese/Schliecksdorf, eine Infotafel über die Anlagen und die Erzeugung der Energie aufzustellen. Eine weitere könnte schon in absehbarer Zeit vor dem Eingang des am Kreveser Herrenhaus gelegenen Parkes stehen, blickte Ralf Engelkamp voraus.

Lange sollen die elf kommunalen Info-Tafeln übrigens nicht mehr auf sich warten lassen. Für sie steht aktuell der Gang durch die am Projekt zu beteiligenden Ämter auf dem Programm, schließlich werden Baugenehmigungen ebenso benötigt wie die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde. Vorbehaltlich dieser Genehmigungen könnten die Tafeln im August/September aufgestellt werden. Damit sei dieses Projekt aber nicht beendet, stellte Engelkamp klar. "In den nächsten Jahren können weitere Info-Tafeln dazu kommen. Wichtig ist auch, dass sie gepflegt werden und in einem ordentlichen Zustand bleiben. Denn wenn Ortsfremde irgendwo auf eine ramponierte Tafel stoßen, konterkariert das unsere Tourismus-Bemühungen. Dann geht der Schuss nach hinten los."

Eine Aussage, die sich auch auf ein zweites Info-Angebot übertragen lässt, das die Einheitsgemeinde auf die Beine stellt. Denn markante Hingucker zwischen Gladigau und Königsmark sollen mit aus Plexiglas bestehenden Objekttafeln ausgestattet werden. "Auf ihnen stellen wir die entsprechende Sehenswürdigkeit kurz vor", erläuterte Ralf Engelkamp. 60 mal 40 Zentimeter bzw. 40 mal 30 Zentimeter große Tafeln sind in Planung, die im Herbst unter anderem an Nicolaikirche und Neptunbrunnen, Stadtmauer, Bibliothek und Kreismuseum aber auch am Fernsehturm Dequede, dem Pfarrhaus und -garten Gladigau, dem Skulpturengarten von Matthias Faul in Klein Ballerstedt oder dem Schloss Calberwisch angebracht werden. "Natürlich ist auch dieses System offen. Tatsächlich wissen wir schon von Überlegungen, in denen einzelne Ortschaften gern weitere Tafeln vor markanten Bauwerken in ihren Dörfern finanzieren wollen", sagte Engelkamp.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Im Gegensatz zum Aufsteller an der Tilly-Eiche, mit dem die Agrargenossenschaft Krevese-Drüsedau am Wochenende zum Vorreiter avancierte und die erste neue Info-Tafel in den Boden der Einheitsgemeinde Osterburg setzte.

Bilder