Osterburg l Eine ganz besondere Musik kündigte Kantor Friedemann Lessing am Sonnabend den Zuhörern in der Nicolaikirche an, die er kurzerhand als erlesenen Kreis umschrieb. Mittelalterliche Musik vom Ensemble Nusmido stand im Mittelpunkt des Benefizkonzertes.

Musik führte zusammen

Martin Erhardt und Friedemann Lessing hatten sich durch die Arbeit im Sommerchor kennen gelernt. Auch die Ensemblemitglieder kamen durch die Musik zusammen, hatten sie doch alle bei Dr. Rebecca Stewart und Maurice van Lieshout in den Niederlanden studiert. Historische Instrumente und historische Technik machen ihren Vortrag aus. Erhardt begleitete im Ensemble zum Beispiel auf dem Organetto, Mioko Ito mit der Fidel.

Gleich mit dem ersten Lied machten Marijke Meerwiyk, Ivo Berg, Milo Machover und Martin Erhardt Eindruck. Der einstimmige liturgische Gesang klang in der Nicolaikirche nach. "Wir singen gern in einer so schönen Kirchen wie dieser, denn da gehört unsere Musik hin", bemerkte Martin Erhardt. Mit dem Chanson "L`Homme armé", der der Messe als Grundlage diente, hatte Nusmido begonnen. Die "Missa L`Homme armé" von Johannes Ockeghem, der einer der bedeutendsten Komponisten des 15. Jahrhunderts war, gab den Rahmen für das Konzert. Auch Stücke der Zeitgenossen Alexander Agricola und Antoine Busnoys brachte das Ensemble zu Gehör. Busnoys` "In Hydraulis" gilt als Hommage an Eckeghem und vergleicht den Komponisten in der Gedichtfassung mit Pythagoras und Orpheus.

Copyright fehlte

Allerdings gab Martin Erhardt zu bedenken: "Es gab damals noch kein Copyright. Also lässt sich in vielen Fällen nicht mit Gewissheit sagen, von wem welches Stück ist". Die Werke seien von Anspielungen und Parallelen zueinander geprägt. Wegen der außergewöhnlichen Musik kündigte Lessing die Pause nicht als Wein-Pause an, sondern vielmehr als eine Zeit der Stille zum Nachwirken.

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