Die Entscheidung des Wasserverbandes, nicht mehr den kompletten Ort Flessau an das zentrale Abwassernetz anzuschließen, nehmen die betroffenen Einwohner nicht so einfach hin. Das wurde während einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Sportlerheim deutlich.

Flessau l Über die Jahre hinweg verließen sich die Flessauer auf das im Abwasserbeseitigungskonzept festgeschriebene Vorhaben des Versorgers, ihr komplettes Dorf an das zentrale Abwassernetz anzuschließen. Doch mit der 2011 begonnenen Fortschreibung des Konzeptes legt der Wasserverband eine Kehrtwende ein.

52 Grundstücke sind betroffen

Denn der Versorger sieht sich nicht in der Lage, innerhalb der kommenden eineinhalb Jahre in Flessau rund eine Million Euro (hauptsächlich in einen neuen Schmutzwasserkanal) zu investieren, um die laut Wasserrahmen-Richtlinie bis 2016 umzusetzende abwasserseitige Erschließung jedes Grundstückes über einen Anschluss an das zentrale Netz zu verwirklichen. Diese Einschätzung hat für 52 Flessauer Grundstücke Konsequenzen. Denn es sind nicht nur schon getroffene Vorbereitungen für einen Anschluss an das zentrale Netz hinfällig. Vielmehr dürfte zumindest das Gros der Betroffenen nun in der Pflicht stehen, in die eigenen Kleinkläranlagen zu investieren, um sie bis 2016 auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Dafür bleiben sie 15 Jahre von einer Erschließung an das zentrale Netz freigestellt, machte Petra Tesching vom Wasserverband Stendal-Osterburg am Donnerstag während der Bürgerversammlung deutlich. Die Abteilungsleiterin Abwasser betonte zudem die Bereitschaft des Versorgers, den Einwohnern bei Fragen zu den Kleinkläranlagen beratend zur Seite zu stehen.

Von diesem Angebot nahmen die Betroffenen während der von Horst Janas moderierten Versammlung aber kaum Notiz. Petra Tesching stieß stattdessen mit ihren Ausführungen vor allem auf Widerspruch und die deutlich spürbare Verärgerung der Betroffenen. Die Flessauer fühlen sich viel zu spät über den Ausschluss vom Anschluss informiert und zu wenig in die Entscheidungsfindung einbezogen. Ohnehin sehen sie ihren Ort bei Wasserverbands-Investitionen, beispielsweise in den ihren Angaben nach schadhaften Bürgermeisterkanal, im Hintertreffen, "obwohl wir alle unsere Entgelte zahlen und nicht zuletzt unser 1976 gebautes Wasserwerk nach der Wende für ´nen Appel und ein Ei abgegeben haben", führte ein Einwohner an.

Schnell zeichnete sich ab, dass die Flessauer die Entscheidung des Wasserverbandes, einen Teil des Dorfes von der Anbindung an das zentrale Netz auszuschließen, nicht nur kritisieren. Sie wollen sie auch nicht hinnehmen. Am Donnerstagabend kündigten Betroffene eine erneute Unterschriftensammlung an. Zudem beabsichtigen sie, über die politischen Entscheidungsträger ihrer Ortschaft auch den Osterburger Stadtrat einzuschalten.