Osterburg/Krumke (fsc) l Der Krumker Park ist vor einigen Jahren in das Projekt "Gartenträume" des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen worden. Wer sich für die einstige Anlage als Barock-Park interessiert, könnte sich bei einem Besuch im Osterburger Kreismuseum einen entsprechenden Lageplan ansehen.

Der Plan mit der kompletten barocken Anlage des Parks mit seinen zwei Sichtachsen basiert auf einer Vermessung des Geländes im März 1769, also vor 245 Jahren. Gezeichnet wurde er im August jenes Jahres vom damaligen Parkgärtner Timm. Aus der Sorgfalt der Ausführung ist zu schließen, dass der Mann ein erstaunliches Talent für den Umgang mit Zeichenfeder, Tusche und Maßstabberechnung besaß. Timm, und das darf hier nebenbei erwähnt werden, hatte einen schweren Schicksalsschlag in seiner Familie zu ertragen: Seine beiden Söhne waren laut Kirchenbuch an den damals grassierenden Pocken gestorben.

"Der Plan zeigt die Parkanlage und die damaligen bäuerlichen Besitzer des Umlandes mit Namen wie Schulze (Ortsvorsteher) Sannemann und die Vorfahren der heute noch in Krumke ansässigen Familie Laternicht. Eingezeichnet ist auch das alte Herrenhaus, in dem einst die preußische Königin Elisabeth Christine bei ihren Besuchen in Krumke bewirtet wurde", erzählte Frank Hoche, Leiter der Museen des Kreises Stendal. "Dessen Platz ist der Standort des heutigen Kavaliershauses", fügte er hinzu.

Im Jahr 1800 hatte der Heimatforscher und Pastor Heinrich Christoph Steinhart vom Krumker Park geschwärmt: "Nahe bey Osterburg liegt der romantische Ort Krumke, beruehmt wegen des Gartens, des groeßten und schoensten in der Altmark; beruehmter aber noch wegen der ehemaligen Besitzerin, der Frau Oberhofmeisterin von Kannenberg ... Zuweilen vereinigen sich Freunde der laendlichen Natur und des gesellschaftlichen Lebens, selbst aus entfernteren Oertern und Wallfahrten nach Krumke" (Jochen Reinecke, in Schlösser und Gärten in Sachsen-Anhalt: "Krumke", 2001).