Seehausen (wsc) l Mit dem Namen Dr. Walter Fiedler verbinden viele Bürger der Region nicht nur den Arzt, sondern auch den seit 40 Jahren agierenden Kommunalpolitiker. Am Sonnabend nutzten viele Freunde, Arbeitskollegen, Bekannte und auch der ganze Stadtrat die Möglichkeit, ihm zu seinem 70. Geburtstag ganz herzlich zu gratulieren.

Beim Empfang am Vormittag in der Gaststätte im Waldbad gab es keine Blumen zur Gratulation. Denn der Jubilar hatte den Wunsch, dass Geldspenden, die dem Förderverein Waldbad zu Gute kommen sollten, angebrachter wären als Blumen, die relativ schnell welken. Als Vorsitzender dieses Fördervereins war dies eine sehr gute Geste. Dies empfanden nicht nur die beiden Bürgermeister und die Pastorin so, sondern auch die zahlreichen Gäste.

Auch wenn der Jubilar in Görlitz geboren ist, so zählt er doch zu den waschechten Altmärkern. Bereits 1955 kam er nach Seehausen, wo sein Vater die Funktion des Kreistierarztes bekleidete. Nach seinem Abitur an der EOS (Erweiterte Oberschule) begann er mit einem praktischen Jahr im damaligen Kreiskrankenhaus Osterburg-Seehausen, bevor er von 1964 bis 1970 an der Uni in Jena Medizin studierte. Nach erfolgreichem Studium ging es wieder zurück nach Seehausen, wo sich am Krankenhaus die Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie anschloss. In dieser Zeit wurde von ihm auch der Notarztdienst im Kreis Osterburg installiert.

1984 erfolgte seine Promotion mit einer Thematik, die das Krankenhaus vorgab. Als Kommunalpolitiker verdiente er sich erstmals ab 1974 seine Sporen. Zur Wendezeit war er sogar Mitglied der Volkskammer sowie des Bundestages.

Neben seinen politischen Ambitionen sind auch die Aktivitäten in den Fördervereinen Waldbad und St. Petri-Kirche Seehausen zu nennen. Sein großer Garten beansprucht auch viel Zeit. Aber dabei hilft ihm seine Frau Henrike, die er 1963 am Krankenhaus in Seehausen kennen gelernt hatte. "Aber damals war noch nichts zwischen uns", bemerkte er lachend. Später entwickelte sich aber ein inniges Verhältnis zwischen dem Notarzt und der späteren Oberin. Die beiden gemeinsamen Töchter sind auch schon lange verheiratet. Eines der drei Enkelkinder war beim Empfang als Dokumentaristin fleißig tätig.

Zu seiner Zukunft befragt, äußerte sich Dr. Fiedler: "Ich habe die klare Vorstellung, dass ich nicht mehr ewig auf dem Notarztwagen sitzen werde." Was das auch heißen mag, bis dahin wünschen ihm alle wenig Einsätze, viel Gesundheit und Glück in der Familie.