Osterburg (fsc) l Mit einem Mieterfest feierte die Wohnungsgenossenschaft Osterburg (WGO) am Sonntag ihr 60-jähriges Bestehen. Ihre Geburtsstunde schlug am 3. August 1954, als eine Arbeiterwohnungsgenossenschaft (AWG) gegründet wurde, deren Vorsitz Ernst Kühnapfel übernahm. "Der erste Spatenstich zum Bau von sechs Wohnungen erfolgte am 22. September des gleichen Jahres in der Ernst-Thälmann-Straße", erinnerte WGO-Vorsitzender Bruno Droste in seiner Begrüßunsrede vor den Mitgliedern, die der Einladung gefolgt waren. Jüngstes Kind der Genossenschaft sind acht Reihenhauswohnungen in der August-Bebel-Straße 22 bis 36, die am 1. August bezugsfertig übergeben wurden.

Genossenschaft zählt 662 Mitglieder

Die WGO besitzt derzeit 726 Mietwohnungen; ihr gehören aktuell 662 Mitglieder an. "Das heutige Fest", so Droste weiter, "ist für die Mieter gedacht - einfach zum Zusammensein, sich wiederzusehen oder, wenn es neue sind, sich kennen zu lernen." Es gehe darum, fügte Peter Bock, der Techniker der WGO, hinzu, "dass die Mieter auch mit uns ins Gespräch kommen." Dessen eingedenk ging auch Bruno Droste auf Mieter zu, setzte sich zu ihnen, zum Beispiel zu Ilse Dörge und ihren Sohn Robert. Als die Fröbelstraße 4 bis 6 abgerissen wurde, war die Mutter in eine kleinere Wohnung gezogen, und Robert hatte sich eine eigene Wohnung genommen. "Wir fühlen uns gut betreut", sagten beide einhellig der Volksstimme. "Wir können uns mit jedem handwerklichen Problem an die Genossenschaft wenden und bekommen auch schnellstmögliche Hilfe." Auch Vorstandsmitglied Wolfhard Schulz, Aufsichtsratsvorsitzender Ingo Grabow und weitere Mitarbeiter der WGO-Verwaltung standen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Dass er ebenfalls bei der Wohnungsgenossenschaft Osterburg gut aufgehoben sei, bekräftigt der 75-jährige Wolfgang Splettstößer, der mit Ehefrau Annedore in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung in der August-Bebel-Straße 11 lebt. "Ich bin seit 1961 Mitglied, wir haben früher in der Kirchstraße gewohnt und schon damals die erforderlichen Arbeitsstunden geleistet, zum Beispiel Baumaterial aus Waggons ausgeladen."

Sie sei gemeinsam mit ihrem Mann 1954 AWG-Mitglied (Mitgliedsnummer 15) geworden, berichtete Marianne Nahrendorf vom Rosa-Luxemburg-Weg 3. Ihre Pflichtleistungen hätten sie über die Norm von 1980 Arbeitsstunden hinaus verrichtet. "Wir haben Aufbaustunden für 2100 Anteile erbracht, dabei Rasen angelegt, Bäume gepflanzt und auch die Rasenpflege übernommen. Dadurch ist es bei uns schön grün. Jedenfalls wohnt es sich bei uns topp. Die Mieter vertragen sich, und wenn neue einziehen, werden sie, wenn nötig auf die Ordnung hingewiesen."

Die gastronomische Betreuung war zur Zufriedenheit der Besucher geregelt. Zur musikalischen Unterhaltung spielten die Osterburger Blasmusikanten. Deren Leiter Rüdiger Mallohn, Geschäftsführer des Mitbewerbers, der Osterburger Wohnungsgesellschaft, fand am Rande des Geschehens für Droste auch Glückwunschworte. In einem Zelt stand eine Carrera-Bahn, an der sich per Fernsteuerung Kinder und erwachsene Festgäste als Formel-1-Piloten auf einer Miniatur-Rennstrecke beweisen konnten. An einem Schminktisch konnten sich kleine und große Besucher verschönern lassen. Am Nachmittag sorgte die Idener Volkstanzgruppe für eine weitere kulturelle Einlage. So zog sich das Fest bis in den späten Nachmittag hin.

 

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