Die Diskussion um die geplante Vergrößerung des Landschaftsschutzgebietes "Altmärkische Wische" bildete am Donnerstag den umfangreichsten Tagesordnungspunkt während der Sitzung des Gemeinderates Hohenberg-Krusemark. In dem Gremium zeichnet sich eine Mehrheit gegen die Ausweisung ab.

Hohenberg-Krusemark l In der Gemeinde Hohenberg-Krusemark wären von der Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes (LSG) vor allem die Ortslagen und Gemarkungen Altenzaun. Hindenburg und Schwarzholz betroffen. Wie Bürgermeister Dirk Kautz berichtete, sind die Gemeinden aufgefordert, bis zum 30. September eine Stellungnahme zu dem Vorhaben des Landkreises Stendal abzugeben, noch in diesem Jahr das erweiterte Landschaftsschutzgebiet (LSG) dauerhaft auszuweisen.

"Eigentlich hat die Ausweisung schon auf dem Tisch unserere ehemaligen Landrates Jörg Hellmuth gelegen, der jetzt im Bundestag sitzt. Aber der überließ es seinem Nachfolger Carsten Wulfänger", so Kautz einführend gegenüber dem Gemeinderat. Immerhin habe der Landrat seine Absicht bekundet, die betroffenen Menschen vor Ort in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen.

"Betroffene befürchten Einschränkungen und da ist nachvollziehbar"

Dirk Kautz, Bürgermeister

Kautz weiter: "Wenn man den Verordnungsentwurf so durchliest, könnte man erst einmal denken, dass da nichts Schwerwiegendes auf uns zukommt. Aber viele Betroffene, befürchten Einschränkungen. Und das ist aus meiner Sicht nachvollziehbar."

Peter Schuchmann befürchtet, dass mit der Ausweisung die Naturschutzbehörde "unglaubliche Kompetenzen erhält" und bisher vor Ort getroffene Entscheidungen künftig nicht mehr möglich seien. "Es besteht keine Notwendigkeit, das LSG auszuweisen. Es stellt sich die Frage, warum es gegen den Willen der betroffenen Menschen vor Ort durchgesetzt werden soll. Warum dieses Schutzgebiet, wenn der Naturschutz bereits auf andere Weise gesetzlich geregelt ist? Ich denke, wir sollten das Vorhaben als Gemeinde ablehnen."

Auch Ronald Mertens äußerte sich skeptisch zur geplanten Unterschutzstellung weiter Teile der Wische. "Ich befürchte, es könnte die Vorstufe sein, um noch strengere Schutzstufen für das Gebiet durchzusetzen." Ähnliches befürchtet auch Thomas Schwarzlose. Dem Land fehlten Flächen für Natura 2000 und es wolle möglicherwiese mit der Altmärkischen Wische durch die Hintertür auf dem Weg ein Stück weiterkommen. Ein zweiter Aspekt der geplanten Ausweisung sei, dass man die Wische von Windkraftanlagen freihalten wolle. Ich sehe mit der Ausweisung vor allem Probleme für die bestehenden Ortslagen. Für sie werden die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten erheblich beschnitten", so Schwarzlose.

"Biotope und Geschützes haben wir schon jede Menge"

Astrid Lindau

Astrid Lindau ist ebenfalls strikt gegen das LSG. "Ich bin in der Wische groß geworden und habe den Eindruck, dass die Landschaft wieder vernässen soll. Biotope und Geschützes haben wir schon jede Menge." Harald Mottitschka befürchtet ebenfalls, dass Probleme auf die Orte und Landwirte zukommen, weil durch mangelhafte Gewässerpflege der Wasserablauf nicht mehr ausreichend gewährleistet werde.

Olaf Schmidt unterstrich, dass er an und für sich für den Naturschutz sei. Trotzdem habe er mit der geplanten Ausweisung seine Probleme. "Wir haben uns seinerzeit als Gemeinde Altenzaun für das LSG Altmärkische Wische ausgesprochen, weil wir aus unserem Gebiet gewisse Dinge fernhalten wollten. Mittlerweile hat sich aber einiges gewandelt. Wirtschaftlich geht es abwärts. Und meiner Meinung nach würde die Ausweisung des LSG dem noch Vorschub leisten."

Klare Stellungnahmen für die Ausweisung des LSG Altmärkische Wische gab es bei der Gemeinderatzssitzung nicht. Im Anschluss an diese Diskussion kündigte Bürgermeister Dirk Kautz an, zur nächsten Sitzung des Gemeinderates im September ein Beschlussentwurf vorbereiten zu lassen, über den dann abgestimmt werde.