Erxleben l Die Bürger aus Erxleben wünschen sich auf ihrer Ortsdurchfahrt eine stationäre Überwachungsanlage. Dass der Aufbau zweier Blitzer auf der Bundesstraße jedoch mit einigen Hürden verbunden sind, bewies die Vergangenheit. Denn bereits seit 2006 hat das Ordnungsamt entsprechende Unterlagen auf dem Tisch und führte viele Gespräche mit dem Straßenbaulastträger und der Polizei.

Am Mittwochabend kamen auf Initiative von Bundestagsmitglied Marina Kermer (SPD) Verantwortliche im Dorfgemeinschaftshaus in Erxleben zusammen, um mögliche Lösungsansätze zu besprechen. "Während meiner Sommertour Mitte Juli wurde ich in die Förderschule in Erxleben eingeladen. Erxlebener Bürger thematisierten das hohe Verkehrsaufkommen mit oft überhöhter Geschwindigkeit. Das belastet die Erxlebener sehr." Die Bundesstraße 189 führt mitten durch Erxleben. Die unmittelbaren Anwohner sind vom hohen Verkehrsaufkommen, oftmals mit Geschwindigkeitsüberschreitung, ebenso betroffen, wie die Schülerinnen und Schüler der Förderschule beim Überqueren der B 198 auf ihrem täglichen Schulweg.

Stadtratsbeschluss wird vorbereitet

Die gewünschten Maßnahmen wie Geschwindigkeitskontrollen, das Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit für Lkw in den Nachtstunden von 50 auf 30 Km/h oder der Aufbau der Tempo-Infogeräte (Smiley) brachten nicht das gewünschte Ergebnis. Die Erxlebener fordern die Blitzer. Wie Matthias Frank, Ordnungsamtsleiter der Einheitsgemeinde Osterburg informierte, wird ein entsprechender Stadtratsbeschluss vorbereitet, um zwei Überwachungsanlagen für die Ortsdurchfahrt zu beantragen. Die Entscheidung obliegt dem Landkreis. Denn nur Landkreise, die kreisfreien Städte und Kommunen mit mehr als 20000 Einwohnern sind in Sachsen-Anhalt rechtlich in der Lage, stationäre Anlagen auf ihrem Territorium selbst aufzustellen. Das besagt der Verkehrsüberwachungserlass vom 6. März 2009.

Wolfgang Gehrke, Leiter des Stendaler Polizeireviers, blickte auf das Unfallgeschehen in Erxleben der vergangenen fünf Jahre zurück und kam zu dem Fazit: "Erxleben ist kein Unfallschwerpunkt." Im genannten Zeitraum ereigneten sich dort 16 Verkehrsunfälle.

Auf der Zusammenkunft wurde angeregt, dass bei einer eventuellen Anschaffung sich wie in Buchholz (Einheitsgemeinde Stendal) Dritte an der Finanzierung beteiligen könnten. Unternehmen gingen dort in Vorleistung, die wiederum an den Einnahmen beteiligt werden. Für Erxlebens Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Ahrend ist das "Buchholzer Modell" eine mögliche Finanzierungs-Variante, "um die Kosten des Landkreises zu senken". Er ist froh, diese Angelegenheit mit dem Ortschaftsrat Erxleben in Gang gesetzt zu haben, damit der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung den Beschluss fassen kann.

Stadtratsmitglied Rainer Moser machte ebenso wie Landtagsmitglied Ralf Bergmann deutlich, sich für das Vorhaben stark zu machen.