In Goldbeck schreiten die Arbeiten zur Errichtung des Nahwärmenetzes voran, das künftig zahlreiche Einrichtungen und Haushalte in dem Ort mit Wärme vom Biomasseheizkraftwerk versorgen soll.

Goldbeck/Arneburg l Errichtet und betrieben wird das Wärmenetz in Goldbeck - analog dem im vergangenen Jahr errichteten Nahwärmeverbund in Rochau - vom Eigenbetrieb der Stadt Arneburg. Die Goldbecker Nahwärmetrasse verläuft künftig ausgehend vom neuen Biomasseheizkraftwerk an der ehemaligen Zuckerfabrik bis zur Sekundarschule.

Mit dem geplanten Nahwärmeverbund werden Gebäude der Kommunen, Verwaltungsgebäude, Kindertagesstätte, Sporthalle, Wohngebäude in der Ackerstraße, die Sekundarschule des Landkreises und private Anwohner angeschlossen. Die Haupt- trasse hat eine Länge von 1,3 Kilometern. Durch die Hausanschlussleitungen kommen noch einmal rund 0,8 Kilometer Leitungen hinzu. Die Leistung des Netzes beträgt in der ersten Ausbaustufe 1,12 Megawatt in der Spitzenlast.

Ein Projekt gegen die stetig steigenden Energiekosten

Gefördert wird das Vorhaben über das ALFF Stendal im Rahmen des Programms zur Unterstützung der ländlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Der Regionalverein Altmark ist mit beteiligt. Eine weitere Unterstützung erhält das Projekt über ein Förderprogramm der KfW-Bank für erneuerbare Energie im Wärmemarkt. Neben der Förderung beteiligt sich aber auch die Stadt Arneburg finanziell.

"Ziel des geplanten Nahwärmeverbundes ist es, den stetig steigenden Energiekosten entgegenzuwirken. Zurzeit werden die genannten Objekte mit fossilen Energieträgern oder elektrisch betrieben. Die Kosten für Heizöl, Gas und Strom sind in den letzten Jahren ständig angestiegen und diese Entwicklung wird sich mit weiterhin abnehmenden Ressourcen an fossilen Energieträgern im verschärften Tempo fortsetzen", erklärte der Leiter des Eigenbetriebs der Stadt Arneburg, Kay Lindemann, bei einem Vor-Ort-Termin, an dem auch Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf und Goldbecks Bürgermeister Torsten Dobberkau teilnahmen. Mit der Substitution fossiler Energieträger sei die Einsparung von Kohlendioxid und damit ein Beitrag zum Klimaschutz verbunden.

Das Projekt, so Trumpf, passe gut in das ländliche Entwicklungskonzept Altmark. In besonderem Maße werde dazu beigetragen, die regionale Wertschöpfungskette im Bereich der energetischen Biomassenutzung zu stärken, in dem eine nachhaltige Wärmenutzung in Goldbeck realisiert wird.

Lindemann: "Anschließer profitieren von Vorteilen""

Lindemann: "Der Vorteil für die Anschließer ist zum einen, dass auf notwendige Ersatzinvestitionen für Heizungsanlagen verzichtet werden kann, zum anderen ,fertige Wärme` bereitgestellt wird, das heißt keine weiteren Energieverluste durch Verbrennung zu verzeichnen sind. Bei der Diskussion um die Einsparung wird oft vergessen, dass in der neuen Hausanschlussstation Hocheffizienzpumpen eingesetzt werden, die die Energiekosten beim Stromverbrauch gegenüber herkömmlichen Pumpen verringern."

Hausanschlüsse derzeit noch kostenfrei zu haben

Aufgrund der Förderung können derzeit die Hausanschlüsse kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Bei einem späteren Anschluss sei dies leider nicht mehr möglich. Dem Betreiber liegen gegenwärtig 36 Interessenbekundungen vor, davon 24 private Haushalte. Neuinteressenten können sich im Eigenbetrieb der Stadt Arneburg melden.