Die Seehäuer bekamen am Donnerstag die Chance, in der Berliner "Möwe" für die Heimat zu werben. Sie nutzten sie.

Berlin l 2017 und 2018 jähren sich der 300.Geburts- sowie der 250.Todestag von Johann Joachim Winckelmann. In Vorbereitung der Jubiläen wird in der Berliner Landesvertretung Sachsen-Anhalts jedes Jahr eine Lebensstation des Begründers der klassischen Archäologie und der modernen Kunstgeschichte vorgestellt. Nach der Geburtsstadt Stendal war am Donnerstag Seehausen an der Reihe. In der Hansestadt war Winckelmann von 1743 bis 1748 als Lehrer und als Konrektor an der Lateinschule tätig.

Region ist eine Reise wert

Rund 30 Seehäuser mit Bürgermeister Detlef Neumann an der Spitze machten sich am Donnerstagnachmittag mit dem Bus zur Berliner "Möwe", um zum einen an Winckelmanns Wirken zu erinnern, aber auch, um die Gelegenheit beim Schopfe zu fassen und für die Alandstadt beziehungsweise deren Umfeld zu werben. Denn allein der Stadtname ist in deutschen Landen noch kein Alleinstellungsmerkmal.

Anders sieht das schon bei Ausflugszielen, bei denen die intakte Natur - insbesondere das Elbumfeld, historische Bauwerke oder auch Kultur und Kulinarisches eine Rolle spielen. Für die Kultur war der Posaunenchor der St. Petri-Gemeinde mit an Bord. Für das Historische war unter anderem Jürgen Schmidt verantwortlich, der Winckelmanns Wirken in Seehausen in einem Ein-Personen-Stück unterhaltsam herüberbrachte. Warum sich ein Besuch Seehausens lohnt, erklärten das Stadtoberhaupt und später Franka Rosenkranz sowie Susanne Schneider in einer gespielten Szene.

Kulinarischer Botschafter

Kulinarisch hielt der Seehäuser Fleischer Kurt Wohlfahrt die Flagge unter anderem mit seinen frisch zubereiteten Hansegrillern für Seehausen hoch. Die international geadelten Bratwürste kamen bei den rund 160 Gästen offenbar so gut an, dass sich Chef-Gastgeber, Staatssekretär Michael Schneider, vorstellen könnte, Wohlfahrt auch mal außerhalb des Winckelmann-Rummels mit Catering in Berlin zu beauftragen, ließ Ingrid Jabke auf Nachfrage der Volksstimme wissen.

Die Stadtinfoleiterin war mit der Präsentation, aber auch mit der Resonanz beim Publikum offenbar ebenso zufrieden wie die anderen Mitreisenden und der Bürgermeister, der seine Erwartungen sogar übertroffen sah. Dass das Interesse an Seehausen in der Altmark groß war, habe auch die Frequenz am Informationsstand gezeigt, an dem es reichlich Gespräche gab und an dem Broschüren oder Faltblätter weggingen wie warme Semmeln.

   

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