Das Wetter hätte am Sonntag zum Herbstmarkt in Wanzer nicht besser sein können. Im 15. Jahr hatten Jonny Buck und sein Team wieder alles im Griff, nicht nur die Wetterstation.

Wanzer l Alle Vereine brachten sich mit ein. Jonny Buck, Dirk John und Christian Bauer waren sich einig, dass der Herbstmarkt ein Gemeinschaftswerk, nicht nur des Komittees, sei. "Wir stoßen allerdings an unsere Grenzen, was die Kapazitäten für Strom und Wasser angeht. Alles belegt", merkte Bauer an.

Als Neuerung wurde diesmal die Bühne vor dem Eingang zur Kirche aufgebaut. Das schaffte mehr Raum. Und schließlich sollte noch getanzt werden. Nach dem traditionellen plattdeutschen Gottesdienst, zu dem Karl-Heinz Mewes einlud, spielten die Arneburger Blasmusikanten auf. Die Linedancer aus Pollitz wollten ebenfalls auf den Tanzboden, und für den Nachmittag kündigte Jonny Buck die Gruppe Nobody Knows an.

Zu hoher Wasserstand

Aus der angesetzten Kanutour wurde nichts. "Zu hoher Wasserstand", begründete Buck. Sonst war alles im Lot. Der Mühlen- und Heimatverein lockte wie gewohnt mit Führungen, und im kleinen Dorfmuseum erklärte Christina Kloss Ausstellungsstücke und Schulsituation. Erst eine Woche zuvor hatte sie davon erfahren, dass der Vorstand den von ihr eingerichteten Schulraum vermietet und sie künftig als Alternative nur eine Schulecke im Museumsraum habe. Alte Schule erlebbar zu machen, sei damit nicht mehr möglich.

"Ich komme immer gern hierher, weil ich hier ehemalige Schulkameraden treffe", erzählte Herta Lau aus Erxleben. In Klein Wanzer geboren und aufgewachsen, drückte sie in Wanzer die Schulbank. Sie hatte unter anderem Familienbilder für das Museum beigesteuert und zeigte diese ihrer Freundin Erika Bunk aus Stresow. Vor der Museumstür legte indessen Frank Reichardt vom Team Krätzig aus Karstädt Kaninchenfelle aus. Zum Kuscheln, für Rollstuhlfahrer und als Muff seien sie besonders praktisch, sagte er. Veronika Krätzig bot zudem Edelsteine, Öle, Salze und Glas feil. Bei Herbert Auktun aus Pritzwalk konnten die Besucher miterleben, wie Weidenruten zu Körben geflochten werden. Mit seinem Amboss kam Schmied Joachim Radotzki aus Magdeburg und zog beim Schlagen des Hammers alle Blicke auf sich. Tischler Michael Rexin aus Biederitz hingegen bearbeitete nur wenige Schritte weiter einen Schemel.

Auch die Tierecke hatte der Verein wieder aufgebaut. Silvio Rembke aus Pollitz hatte zu seinem zahmen Gänsepärchen viele Geschichten parat. Am Mal- und Basteltisch von Petra Scheibner konnten die Kinder selbst kreativ werden.

Auenentwicklung

Es gab sogar eine Erwachsenen- und eine Kindertombola. Nicht nur das. Essen für Groß und Klein, von Kartoffelpuffer mit Apfelmus bis hin zu Pizza, Fisch und dem beliebten Schwein am Spieß. Der Förderverein der Feuerwehr nutzte den neuen Bau für einen Getränkestand. Frisch gepressten Apfelsaft hatten Siegfried und Bärbel Stolle im Angebot. Erstmals war der Rentner mit Presse vor Ort, um zu zeigen, wie man Saft gewinnt. Traditionell hatte Imker Josef Preis aus Groß Garz ebenfalls seinen Tisch aufgebaut. Andrea Ihleburg schmierte derweil Pflaumenmusstullen.

Lars Fischer und Projektkoordinator Dieter Leupold stellten an ihrem Infostand das Projekt "Auenentwicklung und Auenwerkstatt an der Unteren Mittelelbe" vor, zu dem die "Hohe Garbe" zählt. Besucherin Hedwig Meyer aus Sanne brachte Tochter und Enkel gleich mit und bemerkte: "Mir gefällt es hier sehr. Ich freue mich, dass so ein kleines Dorf so viel auf die Beine stellt."

   

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