Rund 30 Teilnehmer mit dem Nachnamen Düsedau gesellten sich am Wochenende zu den Einwohnern des Ortes.

Düsedau l Beim ersten Fest der Begegnung der Düsedau-Namensvettern in Düsedau hatte dessen Organisator Michael Sommer ein Benefizkonzert in das Programm aufgenommen, mit dessen Spenden für die Sanierung des Glockengestühls ein weiteres Sümmchen einkommen sollte.

Kreiskantor Friedemann Lessing an der Orgel und dessen Sohn Jakob mit der Trompete spielten Werke bekannter und weniger geläufiger Komponisten wie Trumpet Tune von Henry Purcell, Toccata in F-Dur von Dietrich Buxtehude, Präludium und die Fuge F von Johann Sebastian Bach, Spielstücke zu Themen aus der Bibel, einige Partita über "Nun freut euch lieben Christen gmein", Toccatina aus Swing und Jazz Orgelbüchlein II und das Ave Maria von Charles Francois Gounod.

In der Pause berichtete die aus Düsedau gebürtige und in Halle freischaffend arbeitende Holzbildhauerin Caterina Behrendt über ihre Arbeit an der Jesusfigur für das Altarkreuz in der Kirche ihres Heimatortes. Über den Werdegang der Arbeit an der Holzplastik, die im Erntedankgottesdienst 2008 eingeweiht worden war, hatte sie eine Dokumentation erarbeitet, die sie den Konzertbesuchern erläuterte.

Jesusfigur entstand in Oberammergau

Schon lange vorher hätten die Düsedauer den Wunsch gehegt, das schlichte Kreuz aus Eichenholz mit einer Jesusfigur aufzuwerten. Dieser Wunsch sei dann zwischen 2003 und 2004 in Erfüllung gegangen; Caterina Behrendt hatte im bayerischen Oberammergau das Holzbildhauerhandwerk erlernt. "So war es mir möglich, die neue Jesusfigur aus Lindenholz in den Werkstätten der Oberammergauer Schnitzschule innerhalb der offenen Werkstattzeiten nach dem regulären Unterricht anzufertigen", erzählte sie. Das sei ein Prozess gewesen, der schon eine längere Zeit in Anspruch genommen hatte. Die junge Künstlerin hatte sich dabei eine entsprechende Figur aus dem Schlosspark in Calberwisch zum Vorbild genommen und sie diesem nachempfunden. Sie hätte rund 300 Arbeitsstunden benötigt, bis die schlanke helle Figur fertig gewesen sei. Es sei auch ihre erste Auftragsarbeit in Holz gewesen, für die viele Düsedauer, ihre Familie und die örtliche Jagdgenossenschaft Spenden zusammengetragen hatten, um das Vorhaben zu finanzieren.

Am Sonnabend wurde das Fest der Begegnung fortgesetzt: Die Teilnehmer fuhren mit Michael Sommer nach Stendal (Dombesichtigung) und Welle, wo der Grabstein des letzten Adligen aus Düsedau steht. Am Nachmittag wurde im Düsedauer Saal eine Ausstellung mit Werken von Caterina Behrendt eröffnet. Mehr zu dieser Veranstaltung in einer der nächsten Ausgaben.