Mit "Herzensangelegenheiten" unterhielten der Kabarettist Bernd Weidtmann aus Herford und der Liedermacher Jörg Czyborra aus Oerlinghausen am Mittwochabend ihr Publikum im Herrenhaus Krevese.

Krevese l Der Abend war eine Veranstaltung im Rahmen der Literaturtage. Hausherr Ralf Engelkamp sagte in seiner Begrüßung, dass das Programm ein Thema berührt, bei dem er richtig mitreden könne. Denn "Herzensangelegenheiten begleiten uns ein ganzes Leben lang". Er hätte sich auch in entsprechender "Fachliteratur" schlau gemacht, bekannte er und wies einige Bücher vor.

Zu den Irrungen und Wirrungen der Liebe präsentierten Weidtmann und Czyborra Prosa und Poesie aus mehreren Jahrhunderten. Fündig geworden waren sie dabei unter anderem bei Goethe, Schiller, Heine, Ringelnatz, Mörike, Busch und Wedekind. Weidtmann rezitierte und sein "Mitspieler" lockte vertonte Gedichte von den Saiten. Die Musik variierte von Volksliedern über Rockballaden bis hin zu selbst in Noten gesetzter Lyrik. Sogar das so liebenswürdig und herzlich anmutende Platt sparte Czyborra nicht aus und sang sehr einfühlsam "Dat du min leevste bist" und "Kumm Middenacht". Dass nicht immer die äußere Attraktion so wichtig für die Faszination eines Menschen ist, belegte er mit Klaus Hoffmanns vertontem Gedicht "Eine Schönheit ist sie nicht". Einen Blues hatte er mit dem Text "Ich hab im Traum geweint" unterlegt und damit anscheinend den Nerv des Publikums für eine starke Gefühlsregung getroffen.

Auch Weidtmann wollte dem Hörerkreis zeitgenössische Perlen nicht vorenthalten. So kam beispielsweise Heinz Kahlau, von dem der Herforder sagte, er sei einer der bedeutendsten Lyriker der DDR gewesen, mit dem Gedicht zu Wort: "Die Liebe ist kein Zauberstab, die jeden Wunsch erfüllt."

"Wir könnten fast darauf wetten, dass mehr als zwei Drittel aller Menschen das Herz mit der Liebe in Verbindung bringt", vermutete Weidtmann. Im Herzen seien dem allgemeinen Verständnis nach die Gefühle angesiedelt. "Wir haben hier 61 Sprichworte und Redensarten gefunden, die Leber bringt es nur auf fünf Zitate." Bernd Weidtmann verstand es ebenfalls durch seine gestenreiche Vortragsweise, den Texten eine persönliche Note zu geben. Gekonnt transportierte der Kabarettist dabei auch solche sensiblen Themen wie Trennung, Schmerz und Tod als der Liebe und den Herzensangelegenheiten ebenbürtig in sein altmärkisches Publikum.

 

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