Der Vorstand will reagieren. Im Osterburger Kleingartenverein "Burgwall" gibt es einige wenige Problemfälle: Aber durch diese Handvoll an Mitgliedern gab es bereits Kündigungen von Hobbygärtnern.

Osterburg l Das Gros der Mitglieder des biesestädtischen Kleingartenvereins will die aktuelle Situation nicht mehr ertragen. Die Gespräche mit den "Sorgenkindern" brachten nicht den gewünschten Erfolg. Sie würden in Lauben einbrechen, ihre Pacht nicht bezahlen. Die Folge: Andere Kleingärtner würden vergrault und kehren der Anlage den Rücken. Und damit wächst die Anzahl der Parzellen, die wiederum verwahrlosen.

Vorstand denkt über Ausschluss nach

Dabei fühlen sich viele Hobbygärtner in der Idylle im Nordosten der Hansestadt seit vielen Jahren wohl und pflegen ihr Kleinod. Und das, obwohl die Anlage keine zentrale Wasser- und Stromversorgung besitzt. "Wir haben die Gärten mit Brunnen ausgestattet", sagt Vorsitzender Wolf-Dieter Theuring. Daran haben sich die 65 Mitglieder des Vereins "Burgwall" gewöhnt. Aber nicht an Mitglieder, die immer wieder auffallen. Es gibt Querelen mit angetrunkenen Gartenfreunden, gibt der Vorsitzende zu. "Dies führt zu einer erhöhten Fluktuation."

Andere Hobbygärtner sind genervt. "Tore und Gartentüren werden einfach herausgerissen", so Theuring, der wie andere Mitglieder nicht mehr zuschauen möchte.

Noch in diesem Jahr wird zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. Ein Thema ist unter anderem der Ausschluss dieser Gruppe. Eine andere Lösung sieht der Vorstand nicht. "Dort, wo Bier regiert, verwahrlosen die Gärten. Auch die Zahlungsmoral lässt zu wünschen übrig", betont der Vorsitzende gegenüber der Volksstimme.

Dabei liegt der Pachtzins im moderaten Bereich. "Wir zahlen hier für 450 Qaudratmeter Fläche 27 Euro im Jahr." Und trotzdem bestünde bei einigen ein großer Pachtrückstand. "Die Pacht muss mit hohen Kosten für den Verein und deren Mitglieder über Rechtsanwälte eingefordert werden", sagt Theuring.

Aber nicht nur Einbrüche wurden in der jüngeren Vergangenheit registriert: Ein Gartennutzer hatte eine Anlage wohl mit einer Müllkippe verwechselt und vergrub seinen Hausmüll, erzählt Theuring. "Eine fristlose Kündigung mit Beräumung wurde durch den geschäftsführenden Vorstand ausgesprochen", blickt er zurück: "Der Vorstandsvorsitzende wird dann durch das alkoholisierte Vorstandsmitglied mit Gefahr für Leib und Leben bedroht, die Kündigung solle doch aufgehoben werden." Sie wurde wirksam.

Dass sich die Gruppe zurückzieht, hoffen die Kleingärtner, die das voraussichtlich auf ihrer Mitgliederversammlung besiegeln werden. "Wir sind ein Gartenverein und kein Alkoholikersanatorium!" Auch gebe es Mitglieder, die sich profilieren wollen und ihre Gartennachbarn ohne Beweise als Tierquäler hinstellen.

Eine Besichtigung des Grundstückseigentümers bestärkte Theurings Meinung nach erheblich höherer Pacht. "Bei Nichterfüllung droht die generelle Kündigung. Beispiele für so entstandene Brachflächen gibt es schon genug", weiß der Vorsitzende, der wieder auf ruhigere Zeiten in der naturnahen Anlage hofft, wo selbst der Grünspecht Zuhause ist und Wildschafherden die besitzerlosen Parzellen in Ordnung halten.

"Bleibt der beschriebene Zustand, so ist der Erhalt des Vereins und aller Pachtverträge nicht nur gefährdet, sondern auch nicht denk- oder verhandelbar."