Mit der Veranstaltung "Texte treffen Celtic Music" im Rahmen des 19. Altmärkischen Musikfestes setzten Mitglieder des Clubs Altmärkischer Autoren und die Band Dhalia`s Lane aus dem hessischen Lorsch einen fulminanten Schlusspunkt hinter die Osterburger Literaturtage.

Osterburg l Astrid Mathis, Danuta Ahrends, Rita Grohs und Ulrich Bock stellten Arbeiten aus ihrem neuesten literarischen Repertoire vor. Während die drei Damen sich prosaisch kurz fassten, widmete sich der einzige Herr in der Runde der Lyrik. Es war ein kurzweiliges Lesen von Begebenheiten, die zeigen, "wie das Leben manchmal so spielt", wenn man genau aufpasst, hinhört und -sieht und dabei seiner Fantasie freien Raum lässt.

Sein Talent als Moderator hatte Edgar Kraul erneut unter Beweis gestellt. Er hatte die an den "zwölf zurückliegenden Tagen extrem gut besuchten 35 Veranstaltungen" in einer heiteren kleinen Geschichte verpackt und so die 16. Olita "in dieser fröhlichen Abendveranstaltung" am Freitag noch einmal Revue passieren lassen. Mit der Bemerkung, es gebe aber noch einen Nachschlag, machte Kraul auf die Eröffnung der Ausstellung "Die Wende in Osterburg vor 25 Jahren" am Sonntagnachmittag im Osterburger Kreismuseum aufmerksam.

Von eher unauffälligen Menschen mit einem Herzen aus Gold und der ersten eigenen wenn auch sanierungsbedürftigen Wohnung berichtete beispielsweise Rita Grohs. Astrid Mathis schilderte charmant, wie besondere Ereignisse im Zwielicht beeinflusst werden, und die Tücke der Zeitumstellung, so man sie nicht einkalkuliert, wenn man auf Reisen ist.

Mitreißende Tänze und Balladen

Danuta Ahrends kam bei einer Einladung zum Essen gehörig ins Schwitzen, und eine Mutter sah auf einem Stadtfest ihren Schwarm aus früheren Teenie-Zeiten wieder, beides heiter erzählt, wie man es von der Osterburger Autorin gewohnt ist.

Als Wort-Spielmann mit Augenzwinkern erwies sich Ulrich Bock in fast allen seiner vorgetragenen elf Gedichte. Er versuchte unter anderem die Frage, warum der Mensch zehn Zehen hat, zu beantworten, den Unterschied zwischen Jägermeister und Meisterjäger darzulegen, unternahm die philosophische Betrachtung eines Lochs, erläuterte an Hand von drei Papageien, dass auch Chef sein kann, wenn er nichts kann, und klärte jene auf, die es noch nicht wissen: Die Welt dreht sich, und die Letzten finden sich vorn.

Der besondere Zauber der "Celtic Music", die von Balladen und mitreißenden Tänzen gekennzeichnet ist, besteht bei Dhalia`s Lane darin, dass sie mit gefühlvollen Eigenkompositionen und mittelalterlichen Elementen eine bemerkenswerte Liaison mit eigenem Stil eingeht. In der beherzten und tiefgründigen Musik dieser Band fand der Zuhörer nicht nur Motive alter keltischer Bräuche und des irischen Folks wieder, sondern auch deutsche Volkslieder und Gedichtvertonungen. Bozena Woitasky beherrschte ihre Violine mit gekonnter Virtuosität, Berk Demiray, auch Komponist und Stückeschreiber, erwies sich als ein Meister auf seiner Gitarre. Als exzellente Sängerin rührte Crissa Vollert an die zarten Saiten ihrer Zuhörer und nahm sie, da sie fremdsprachige Texte deutsch erläuterte, mit in Geschichten und Sagen wie die vom untreuen Schmied beziehungsweise von der schönen Fischverkäuferin im Hafen von Dublin. Vierter im Bunde war der Musiker und Percussionist Rainer Burgmer als Gast in der Gruppe.

Im Publikum konnte man auch Sabine Raden mit Tochter Carolin entdecken, die sich um die Organisation vergangener Olitas verdient gemacht hatten. Bürgermeister Nico Schulz würdigte die Arbeit der diesjährigen Organisatoren um Bibliotheksleiterin Anette Bütow und dankte den Akteuren des Abschlussabends mit kleinen Präsenten.

   

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