Barsberge l Seit 1899 gibt es in der Region die Ausflugsgaststätte Forsthaus Barsberge, die auf Pachtbasis in den vergangenen 18 Jahren erfolgreich von Detlef und Doris Marquardt geleitet wurde. Nachdem der Ehegatte 2013 verstorben war, leitete seine Frau die Einrichtung allein weiter. Zwar erhielt sie von Verwandten und Freunden Unterstützung, aber nun entschloss sie sich schweren Herzens, den im nächsten Jahr auslaufenden Pachtvertrag vorzeitig zu beenden.

Mit der Ära der Marquardts geht auch die Zeit von "Opas Disco", einer beliebten sonntäglichen Tanzveranstaltung im Jagdsaal der Gaststätte, zu Ende. Die beiden Urgroßeltern Grete und Richard Siepmann aus Brunau waren eine feste Größe im Veranstaltungskalender von Barsberge. Einen Tag vor ihrem letzten Auftritt auf Barsberge feierten sie noch ihren Hochzeitstag. Sie hätten sich gewünscht, auch im nächsten Jahr zur diamantenen Hochzeit noch im Forsthaus zu spielen. Aber verzichten müssen ihre Fans auf die beiden nicht, denn ihre Termine wurden von der Landessportschule Osterburg übernommen. Am Sonntag, 9.November, werden sie dort ihr Debüt geben, und am 16.November treten sie in Zießau bei Arendsee auf.

Männerchor schaut auf ein Ständchen vorbei

Das Engagement der Pächterin sowie der Discobetreiber würdigte Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann, der mit seiner Frau am letzten Öffnungstag unter Marquardt-Regie anwesend war. Blumen und Dankesworte überbrachte auch Rosi Behrendt von der "Weiberfastnachttruppe". Die närrischen Damen hatten dort oben viele gemütliche Stunden verlebt. Auch langjährige Besucher aus der Prignitz verliehen ihrer Dankbarkeit Ausdruck. Mit einem Glas "Grüne Wiese" bedankte sich die Wirtin für die langjährige Treue ihrer Gäste und sprach einen besonderen Dank an ihr Team aus, das meistens im Hintergrund agierte und dafür sorgte, dass die Gäste zufrieden das Haus verließen.

Im Laufe des Nachmittags gab es dann als Überraschung eine Tanzpause. Eine Abordnung des Seehäuser Männerchores unter Leitung von Sven Peuker überbrachte nicht nur Dankesworte an die Wirtin, sondern warteten auch mit einem kleinen Programm auf. Mit den Liedern " Lolli Pop", der "Diplomatenjagd" und "Geh`n `se mit der Konjunktur" erfreuten sie das Team der Gaststätte und die Gäste.

Nun wird erst einmal etwas Ruhe eintreten. Bleibt zu hoffen, meinte nicht nur Doris Marquardt, dass bald ein neuer Pächter gefunden wird und die Gaststätte nach 115 Jahren Bestand nicht verwaist. Das hofft sicher auch der Eigentümer des Domizils, der seine Fühler nach neuen Betreibern bereits ausgestreckt hat.

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