"Mut zur Lücke" nennt sich das Fördermittel-Programm, von dem auch die Hansestadt Osterburg profitieren möchte. Dieses widmet sich innerstädtischen Baulücken.

Osterburg l Allerdings werden die Gelder nicht für den geplanten Neubau bewilligt, sondern für die in Frage kommende Architektur: Die planerischen Entwürfe werden zu 100 Prozent gefördert. Und so setzen sich die Planer mit den Grundstückseigentümern und potenziellen Bauherren mit entsprechenden Ideen auseinander, die die bisherigen Lücken im Stadtbild schließen und somit für eine Aufwertung dieses sorgen könnten. Bei einem jüngst vorgenommenen Vor-Ort-Termin standen drei nicht bebaute Flächen der Osterburger Altstadt im Mittelpunkt.

Unter die Lupe genommen wurde die Fläche am Großen Markt 5, ein Eckgrundstück, das in der Vergangenheit als Parkfläche diente. Weiterhin fanden die Standorte an der Wasserstraße 3 und an der Bergstraße 5 - 7 die Aufmersamkeit der Gruppe. Neben Vertretern der sachsen-anhaltischen Architektenkammer und des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr, das den zum vierten Mal in Folge über die Bühne gehenden Wettbewerb fördert, nahmen auch Osterburgs Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz, Mitarbeiter des Bauamtes und die Flächeneigentümer an der Besichtigung teil. Letztere sig-nalisierten ihre Bereitschaft zur Investition. Ob sie allerdings die planerische Hilfe in Anspruch nehmen können, steht noch in den Sternen. Eine Entscheidung, welches Projekt von der Architektenkammer unterstützt wird, "fällt noch im November", informiert Nancy Eggeling, Mitarbeiterin dieser Institution. Im Topf sind 29 Projekte aus 17 Städten in Sachsen-Anhalt. Eggeling wägt im Vorfeld der Entscheidung ab und schätzt vorsichtig ein, "dass vielleicht acht Vorhaben profitieren könnten."

In der Biesestadt können die drei genannten Standorte zumindest auf Anregungen und somit auf einen Vorschlag der Fachleute hoffen, der dann im Zuge der Lückenbebauung angewendet werden dürfte - ohne für den Plan einen Cent zu bezahlen. Gefragt sind übrigens bei den Entwürfen Mut zu Experimenten, zu flexiblen Konzepten und zur Schaffung räumlicher Qualitäten.