Osterburg l Mit der Bemerkung "Ich freue mich, dass unser Saal aus allen Nähten platzt", begrüßte Elke Hartmann, Leiterin der Osterburger Begegnungsstätte der Volkssolidarität am Montagnachmittag nahezu 100 Senioren zu einem Nachmittag der Verkehrssicherheit. Die Polizeihauptmeister Mario Grünwald und Michael Krüger, Regionalbereichsbeamte in Osterburg, staunten ebenso über das "wahnsinnig große Interesse, das unsere Veranstaltung heute hier erregt".

Für die Kinder gebe es Verkehrsunterricht, warum informiert man nicht die älteren Kraftfahrer, Radfahrer und Fußgänger über Neuerungen im Straßenverkehr, habe man der Polizei zu verstehen gegeben. Auch im Alter sei die Mobilität, so lange es geht, sehr wichtig, und der moderne Verkehr sei für alle Verkehrsteilnehmer eine enorme Herausforderung. "Diesen Wunsch haben wir als Anregung aufgefasst und mit der Volkssolidarität abgesprochen", sagte Grünwald seinen Zuhörern. "Wir haben gewissermaßen offene Türen eingerannt, und so ist der Termin heute relativ schnell zustande gekommen."

Auf körperliche Veränderungen einstellen

Bevor Fahrlehrer Hans Brehmer seinen Vortrag begann, der die Hauptsache des Nachmittags sein sollte, legte Grünwald einige Zahlen zur Unfallstatistik im Monat Oktober vor, die zu denken geben sollten. In diesem Zeitraum ereigneten sich im Bereich Osterburg - 13725 Hektar Fläche mit rund 10 500 Einwohnern - 44 registrierte Verkehrsunfälle mit zwei Toten, elf Schwer- und 22 Leichtverletzten. Hauptsächliche Ursachen seien Unfälle mit Wild, Missachten der Vorfahrt, Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes, fahrlässiges Wenden und Rückwärtsfahren und überhöhte Geschwindigkeit. Wenn Autofahrer älter werden unterliegen sie körperlichen Veränderungen, auf die sie sich einstellen müssen. Das betrifft beispielsweise Sehen, Hören, Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit. Auch Beweglichkeit und altersbedingte Krankheiten sind ins Kalkül zu nehmen.

Hans Brehmer begann in der Begegnungsstätte seine Ausführungen zur Straßenverkehrsordnung und zum Verhalten im Straßenverkehr mit neuen und geänderten Verkehrszeichen. Eklatante Verstöße gegen den Umweltschutz wie Fahren mit "Räucherofen", hohem Geräuschpegel und andere Unarten werden entsprechend den Gesetzen geahndet.

"Beim Halt an geschlossenen Bahnschranken ist generell der Motor abzustellen", sagte er. Die richtige und rechtzeitige Bedienung der Fahrzeugbeleuchtung spielte ebenso eine Rolle wie das korrekte Verhalten im Kreisverkehr und an Kreuzungen, das Beachten der Vorrangregelung beim Abbiegen sowohl gegenüber Kraftfahrzeugen als auch Radfahrern und Fußgängern und das umsichtige Überholen, um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

"Zu langames Fahren hinter Lkw, weil man sich nicht traut, sie zu überholen, behindert den nachfolgenden Verkehr beziehungsweise irritiert möglicherweise nachfolgende Kraftfahrer, man sollte in solchen Fällen vor sich genügend Raum zum Einscheren lassen", machte Brehmer deutlich. Genauer widmete er sich den Vorfahrtsregeln, der Bedeutung der Straßen und führte per Dia-Schau Beispiele unter anderem aus Osterburg, Iden, Rohrbeck und Stendal an.

Nach diesem gut einstündigen Vortrag zeigten sich sowohl Brehmer als auch die beiden Polizeihauptmeister den Fragen der Zuhörer recht aufgeschlossen.

 

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